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Aktie im Blickpunkt

Walt Disney weist wenig Erfreuliches aus.

Carlo Emanuele Frezza

Die Aktien des amerikanischen Unterhaltungkonzerns Walt Disney (DIS 175.86 -1.3%) gehören zu den Gewinnern der Coronakrise. Nach dem Einbruch im März des vergangenen Jahres setzten sie zum Höhenflug an und notierten einige Monate später doppelt so hoch. Dabei haben sie vor allem vom Videodienst Disney+ profitiert, weil Kinos geschlossen und öffentliche Veranstaltungen reihum ausgefallen waren. Doch der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg ist in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten. Das haben die am Donnerstagabend veröffentlichten Quartalszahlen gezeigt.

Der Umsatz sank im Jahresvergleich 13% auf 15,6 Mrd. $ und fiel deutlich geringer aus als am Markt erwartet. Besser entwickelte sich der Gewinn. Er stieg zwar auf 901 Mio. $, was fast einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Allerdings hatten hohe Kosten wegen der Pandemie und weitaus höhere Steuern das Ergebnis vor einem Jahr 90% einbrechen lassen.

Während in den vergangen Quartalen Disney+ jeweils die Bilanz des Konzerns aufhübschen konnte, war dies von Januar bis März nicht mehr der Fall. Nach dem fulminanten Start im November 2019 zählt Disney inzwischen rund 104 Mio. Abonnenten. In den drei Monaten sind allerdings lediglich rund 9 Mio. Neuabonnenten hinzugekommen, was klar unter den Schätzungen der Analysten liegt und auch deutlich weniger ist als mitten in der Krise. Es habe jüngst an Film- und Serienhits gemangelt, wurde von vielen Seiten kritisiert.

Die Anleger sind vom jüngsten Quartalsergebnis wenig angetan. Am Freitag trennten sie sich von der Erfolgsaktie des vergangenen Jahres. Die Titel verloren 2,6%. Ebenfalls nicht mehr ganz so optimistisch sind die Analysten für Walt Disney. Immer mehr Institute raten vom Kauf ab und empfehlen, die Valoren zu halten, bei einem durchschnittlichen Kursziel von 209 $. Aktuell liegen sie mit 173 $ gut 20% davon entfernt.

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