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Aktie im Blickpunkt

Adidas stellt Reebok zum Verkauf.

Carlo Emanuele Frezza

Nach fünfzehn Jahren ist die Liaison zwischen Adidas (ADS 168.32 +2.30%) und Reebok vorbei. Der deutsche Sportartikelhersteller hat am Dienstag nach einer Reihe von Gerüchten in den vergangenen Monaten offiziell bekannt gegeben, dass er sich von der schwächelnden Marke trennen will. Insidern zufolge hat Adidas die Investmentbank JPMorgan damit beauftragt, den Verkauf zu organisieren. «Nach sorgfältiger Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Reebok und Adidas ihr Wachstumspotenzial unabhängig voneinander deutlich besser ausschöpfen können», kommentierte CEO Kasper Rorsted die Entscheidung.

Adidas kaufte Reebok 2006 für mehr als 3 Mrd. €. Die Geschäftsleitung sah in diesem Zukauf die Chance, den grösseren Konkurrenten Nike (NKE 106.53 +2.21%) in den USA herauszufordern. Doch diese optimistischen Erwartungen wurden klar verfehlt. Nun erhofft sich der deutsche Konzern, aus dem Verkauf noch mindestens 1 Mrd. € einzunehmen. Weitere Details zur strategischen Ausrichtung bis 2025 will Rorsted am 10. März auf dem Investorentag bekanntgeben.

An der Börse zeigten sich Adidas am Dienstag schwächer. Sie verloren 0,8% und schlossen bei 295.3 €. Die Stimmung rund um den deutschen Konzern ist allerdings alles andere als schlecht. Seit dem coronabedingten Einbruch im März 2020 haben sich die Valoren deutlich erholt und das Vorkrisenniveau von über 300 € fast wieder erreicht. Die Verkaufsmeldung von Reebok könnte der benötigte Impuls sein, der sie über die markttechnisch wichtige Marke hievt.

Analysten zeigen sich gegenüber dem Konzern positiv gestimmt. Wenn es nach UBS (UBSG 15.34 +2.30%) geht, dürften Adidas die Marke von 300 € in wenigen Tagen durchbrechen. Die Grossbank empfiehlt die Titel zum Kauf und sieht sie bei 338 € fair bewertet. Das sind gut 20% über dem aktuellen Kurs. Etwas weniger hoch setzen Berenberg (310 €) und Baader Bank (305 €) das Kursziel. Doch wie das Schweizer Institut raten sie, die Titel des Sportartikelherstellers auf die Kaufliste zu setzen. Anderer Meinung ist Warburg Research. Sie empfiehlt Adidas zum Verkauf und setzt ihr Kursziel bei 215 €.