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Aktie im Blickpunkt

HelloFresh setzt einen drauf.

Carlo Emanuele Frezza

HelloFresh (HFG 65.48 +2.92%) hat im ersten Quartal einmal mehr die Erwartungen übertroffen. Die Analysten der Deutschen Bank sprechen von einem gewaltigen Ergebnis. Und das trifft es ziemlich gut. Der Anbieter von Kochboxen hat von Januar bis März den Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf 1,4 Mrd. € verdoppelt. Damit hat er binnen drei Monaten zum zweiten Mal in Folge deutlich mehr als 1 Mrd. € umgesetzt.

Zudem hat HelloFresh ihren Ausblick für das Gesamtjahr erhöht. Währungsbereinigt rechnet sie nun mit einem Umsatzplus zwischen 35 und 45%. Bisher hatte die Geschäftsleitung ein Plus von maximal einem Viertel in Aussicht gestellt.

An der Börse kamen die Umsatzzahlen sowie der nach oben korrigierten Ausblick gut an. Die im MDax gelisteten Valoren verteuern sich am Freitag deutlich und nähern sich der 75-€-Marke. Während sich die Anleger euphorisch zeigten, fiel die Reaktion der Analysten unterschiedlich aus. JPMorgan etwa hat die Titel auf «Neutral» mit einem niedrigen Kursziel von 60 € belassen. Deutlich positiver ist Credit Suisse (CSGN 9.25 -0.52%) eingestellt. Sie hat das Kursziel von 81 auf 95 € angehoben und die Einstufung auf «Outperform» gesetzt. Die Eckdaten für das erste Quartal deuteten weiteres Wachstum an.

Dass HelloFresh derzeit so gesucht sind, hat viel mit der Coronakrise zu tun. Kaum ein anderes Unternehmen profitiert derzeit so von geschlossenen Restaurants, Ausgangsbeschränkungen und dem Trend zum Home Office. Doch was geschieht, wenn die Massnahmen gelockert werden und allmählich Normalität einkehrt? Bleiben die Kunden treu, und können die Aktien das sehr hohe Kursplus mittelfristig rechtfertigen?

Viele Fragen, die zum jetzigen Stand kaum mit Fakten beantwortet werden können. HelloFresh rüstet sich allerdings bereits für die Zukunft. In Deutschland baut sie derzeit ein eigenes Liefernetzwerk auf und vergrössert die Auswahl an Mahlzeiten. Zudem testet sie in den Benelux-Staaten die Expansion zu einem Lebensmittelunternehmen und verkauft über ihre Onlineplattform verschiedene Produkte wie Desserts und Backwaren. Wie es damit weitergeht, will CEO Dominik Richter im Sommer verraten. Bis dahin konzentriert sich das Unternehmen voll auf sein Stammgeschäft, das weiterhin floriert.

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