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Aktie im Blickpunkt

Moderna-Impfstoff weckt neue Erwartungen.

Alexander Trentin

Das Wettrennen um den Covid-19-Impfstoff gewinnt an Fahrt. Vergangene Woche haben BioNTech (BNTX 109.99 +4.79%) und Pfizer (PFE 37.23 +1.92%) viel Optimismus an den Märkten ausgelöst, da ihr Impfstoff in der Testphase III eine überraschend hohe Effektivität von über 90% erreicht hat. Nun meldet das US-Pharmaunternehmen Moderna ein noch besseres Zwischenresultat: Eine Effektivität von 94,5% sei erreicht worden.

Das war zu erwarten, wie die Analysten von Morgan Stanley (MS 63.84 +0.57%) schreiben: Wie die Impfung von Pfizer und BioNTech würden auch die anderen wichtigen Kandidaten eine Reduktion der symptomatischen Infektionen anstreben, indem sie auf ein bestimmtes Spike-Protein abzielten, das in den vergangenen Jahren identifiziert worden sei. So würden auch erste Daten für den «Sputnik V»-Impfkandidaten aus Russland eine Wirksamkeit von über 90% anzeigen.

Die schweizerische Landesregierung hat schon im Sommer 4,5 Mio. Impfdosen für die Bevölkerung reserviert. Besonders positiv wird bewertet, dass man das Mittel einen Monat statt nur eine Woche im Kühlschrank – also nicht tiefgefroren – lagern und damit leichter verteilen kann. Es gibt zwar Zweifel an der schnellen Kommerzialisierung des Impfstoffs – dazu gehören etwa die experimentelle mRNA-Technologie, die noch hohen Kosten oder der unbekannte Zeitraum, bis eine Massenproduktion möglich ist. Doch die Märkte lassen sich davon von ihrer Zuversicht nicht abbringen.

Die Nachricht des guten Testresultats führte am Montag zum Handelsbeginn in New York zu einem Kursplus von über 10%. Dagegen sanken die Kurse von Pfizer und BioNTech. Die Spekulation um einen erfolgreichen Imfpstoff hat dem Kurs von Moderna schon länger Auftrieb gegeben. Seit Anfang März notieren die Valoren nun 230% im Plus. Allein seit Anfang November ging es über 40% nach oben.

Ende Oktober empfahl Barclays (BARC 139.72 -1.16%) die Aktie von Moderna zum Kauf. So hätten neben der Schweiz auch andere Regierungen grosse Bestellungen aufgegeben. Es seien Verträge mit den USA (100 Mio. Dosen), Japan (50 Mio. Dosen) und Kanada (20 Mio. Dosen) abgeschlossen werden. Von der EU könnte bald eine Bestellung von bis zu 160 Mio. Dosen eingehen.

Der Umsatz könnte sich gemäss den Analysten nächstes Jahr gegenüber 2019 auf mehr als 6,6 Mrd. $ verhundertfachen. Der Nettogewinn wäre gemäss den Schätzungen dann erstmals positiv und würde über 1,1 Mrd. $ betragen.

Doch das Preisziel von Barclays belief sich Ende Oktober auf 84 $ – der Kurs hat das Ziel jetzt um mehr als 24% übertroffen. Selbst das Kursziel von 95 $ im «Upside Case», also im optimistischen Szenario, hat die Börse nun schon hinter sich gelassen.

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