Blogs / Momentum

Aktie im Blickpunkt

Deutsche Börse setzt zum Angriff an.

Carlo Emanuele Frezza

An der Spitze des deutschen Leitindex standen am Mittwoch Deutsche Börse (DB1 137.05 +0.51%) (Börsenwert: 25,8 Mrd. €). Die Valoren schlossen 2,9% fester bei 137.45 €. Die Aktionäre honorierten die Übernahme des Aktionärsberaters ISS. Durch den Zukauf wird der Betreiber der Frankfurter Börse zu einem der weltweit führenden Anbieter von ESG-Daten und Research. Knapp 2 Mrd. € will er für diese Transaktion ausgeben.

Die Analysten zeigten sich mit dieser Ankündigung zufrieden, obschon sie den Kaufpreis zwar als «recht hoch» einstufen. Allerdings sind sie sich auch einig, dass der Deal die strategische Bedeutung belege, die dem Themenkomplex Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung (ESG) mittlerweile zukomme.

Dieser teure Zukauf soll kein Einzelfall sein. Er ist Teil der Mittelfriststrategie «Compass 2023». In den kommenden Jahren will die Konzernführung die Nettoerlöse und den Gewinn jährlich rund 10% steigern, gab sie am Mittwoch an ihrer Investorenkonferenz bekannt.

Das will die Börsenbetreiberin in erster Linie mit grösseren Zukäufen realisieren. «Wir setzen unsere Strategie des kontinuierlichen organischen Wachstums fort und haben vor, das akquisitorische Wachstum eher noch zu beschleunigen», sagte CEO Weimer. Konkret rechnet er damit, dass die Hälfte des Wachstums aus Übernahmen stammen wird.

Dass Deutsche Börse mit Akquisitionen wachsen müsse, ist nichts Neues. «Wir sind zum Wachsen verdammt», sagte Weimer bereits, als er Anfang 2018 an die Spitze des Konzerns kam. Doch der 60-Jährige versuchte bisher erfolglos, grosse Deals an Land zu ziehen. So war die 850 Mio. $ schwere Akquisition des US-Konzerns Axioma in seiner Amtszeit bisher das höchste der Gefühle. Daher ist der Zukauf auch für Weimer ein wichtiger Erfolg. Mit dem Kauf von ISS könnte das Momentum nun auf seine Seite gekippt sein und damit die Stunde von Deutsche Börse geschlagen haben.

Leser-Kommentare