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Aktie im Blickpunkt

Es wird schwer für ThyssenKrupp.

Carlo Emanuele Frezza

Es ist am Donnerstag wieder einmal deutlich nach unten gegangen mit ThyssenKrupp (TKA 5.56 -1.1%) (Börsenwert: 3,2 Mrd. €). Mit einem Abschlag von 3,4% gehörten sie zu den grössten Verlierern im MDax. Im laufenden Jahr haben sie damit rund 60% ihres Werts eingebüsst. Grund für das grosse Minus waren die heute veröffentlichten Jahreszahlen.

Im Geschäftsjahr 2019/20 verbuchte der Konzern unter dem Strich ohne die veräusserte Aufzugssparte einen Verlust von 5,5 Mrd. €. Insbesondere die von der Coronakrise gebeutelte Stahlsparte verhagelte das Ergebnis. Zudem kündigte das Management an, 11’000 Stellen zu streichen. Das sind fast doppelt so viele wie bislang geplant.

ThyssenKrupp kämpft seit Jahren gegen die Krise im Stahlgeschäft. Mehrere CEO haben sich in den vergangenen Jahren an einer Restrukturierung  versucht – meist mit wenig bis keinem Erfolg. Die aktuelle CEO Martina Merz sucht derzeit nach einer Lösung für die Stahlsparte. Andere Bereiche sollen verkauft werden. Bis Frühjahr wird entschieden werden, wie es weitergeht, hat Merz angekündigt. Das bestätigt auch CFO Klaus Keysberg: «Wir wollen uns nicht von Dritten abhängig machen. Wir wollen uns aus eigener Kraft zukunftsfähig machen. Das hilft in jedem Szenario.»

Der schwedische Finanzinvestor und ThyssenKrupp-Grossaktionär Cevian zeigt sich von den Massnahmen des Managements unbeeindruckt. Er fordert eine schärfere Gangart bei der Sanierung. «Die Aufzugssparte wurde verkauft, um die Sanierung der anderen Geschäfte zu finanzieren. Bisher ist noch nicht genug passiert», kritisiert Cevian-Partnerin Friederike Helfer.

Die vielen Baustellen, die ThyssenKrupp offen hat, rechtfertigen derzeit kein Investment. Die Abgaben dürften kurz- und mittelfristig also weitergehen.

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