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Aktie im Blickpunkt

AstraZeneca doch keine Coronagewinnerin.

Eflamm Mordrelle

Dem Coronavirus geht es langsam, aber sicher an den Kragen. Nachdem BioNTech (BNTX 105.97 -0.3%)/Pfizer (PFE 36.24 -2.87%) und Moderna (MRNA 155.73 +2.5%) in den vergangenen zwei Wochen Covid-19-Impfstoffe in Aussicht gestellt hatten, meldete nun auch der britische Pharmariese AstraZeneca einen Erfolg. In einer mit der britischen Universität Oxford durchgeführten Studie wurde bei einem bestimmten Dosierungsschema eine Wirksamkeit von bis zu 90% nachgewiesen, in einer anderen Dosierung von durchschnittlich 70%.

Zahlreiche Regierungen haben sich Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca bereits vorab gesichert, auch die Europäische Kommission hat einen Kaufvertrag unterschrieben. Novartis (NOVN 83.16 -0.79%) und Roche (ROG 316.55 -1.14%) scheinen im Wettlauf um den effektivsten Covid-Wirkstoff keine entscheidende Rolle zu spielen.

Für AstraZeneca kommt der Studienerfolg zum richtigen Zeitpunkt, denn das Kerngeschäft des Pharmaanbieters entwickelt sich derzeit eher verhalten. Für das dritte Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 3%, konnte die Markterwartungen aber nicht erreichen. Die Jahresziele bleiben immerhin bestehen.

Seit Anfang Jahr konnten die AstraZeneca-Aktien etwa ein Zehntel an Wert gewinnen, reagierten Anfang Woche aber negativ auf die Studienergebnisse. Womöglich enttäuschte die auf den ersten Blick geringere Effektivität im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten von BioNTech und Moderna, die beide eine Wirksamkeit von über 90% an den Tag legen sollen.

Obschon die Meldung über die Studienergebnisse den AstraZeneca-Titeln wenig half, gab sie den Börsen im Allgemeinen Schub: Die Wahrscheinlichkeit, dass bald mehrere wirksame Covid-19-Impfstoffe zur Verfügung stehen, wird immer grösser.