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Aktie im Blickpunkt

Anleger freuen sich mit Pernod Ricard.

Carlo Emanuele Frezza

Grund zum Anstossen haben die Aktionäre von Pernod Ricard (RI 174.08 +1.56%). Nicht weil sich das Wochenende nähert, sondern vielmehr, weil der französische Spirituosenhersteller auf ein erfolgreiches drittes Quartal zurückblicken kann. Der Umsatz ist von Januar bis März knapp 20% auf 1,9 Mrd. € gestiegen. Damit wurden die Erwartungen der Analysten – die von einem Zuwachs von 11,3% ausgegangen sind – deutlich geschlagen.

In den vergangenen Monaten, die in vielen Regionen abermals von geschlossenen Bars und Restaurants geprägt waren, waren Scotch und Whiskey besonders gefragt. In den USA erfreuten sich aber auch Spirituosen für Cocktails wie Malibu-Rum, Kahlua-Likör und Tequila grosser Beliebtheit. In China profitierte Pernod Ricard derweil von einem «exzellenten» Geschäft rund um das chinesische Neujahrsfest.

Für das letzte Quartal des Geschäftsjahres per Ende Juni rechnet der Konzern mit einem weiter anziehenden Umsatz, da er weltweit von einer schrittweisen Öffnung von Bars und Restaurants ausgeht. Ähnlich optimistisch blicken auch die Analysten in die Zukunft. Vor wenigen Tagen haben sich die Experten von Goldman Sachs (GS 370.89 +1.34%) sowie Barclays (BARC 181.58 +2.51%) zu Pernod Ricard geäussert. Beide Institute empfehlen die Titel zum Kauf. Die amerikanische Bank ist allerdings deutlich nüchterner eingestellt. Das zeigt das Kursziel, das bei 175 € liegt und dem aktuellen Kursniveau entspricht. Nichtsdestotrotz rechnet Goldman-Sachs-Analyst Olivier Nicolai für die kommenden Monate mit einem noch stärkeren Umsatzwachstum aus eigener Kraft als der Durchschnitt der anderen Analysten.

Barclays geht derweil von Avancen bis auf 195 € aus. Davon sind die Valoren derzeit rund 10% entfernt. Die britische Bank sieht für den Spirituosenkonzern besonders in der Region Asien-Pazifik Wachstumspotenzial. Als Motor des Alkoholkonsums fungiere China, nachdem sich das Land als erstes von Covid-19 erholt habe. Die Franzosen seien dort der Marktführer. Aber auch in Indien scheinen sich die Geschäfte zu bessern.

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