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Aktie im Blickpunkt

BMW wollen das Allzeithoch angreifen.

Carlo Emanuele Frezza

Die Autobranche befindet sich seit Jahren im Umbruch. Massgeblichen Anteil daran hat Tesla (TSLA 1'030.51 -1.82%). Immer mehr Unternehmen drücken bei der Umstellung auf Elektroautos nun ebenfalls aufs Tempo. Jüngst haben Volkswagen (VOW3 193.94 +1.80%), Volvo (VOLV A 218.20 -1.80%) und Daimler (DAI 75.10 +0.62%) angekündigt, mittelfristig keine Verbrennermodelle produzieren zu wollen. BMW (BMW 99.23 +0.29%) dagegen will sich bislang nicht auf ein vorzeitiges Ende von Benzin und Diesel festlegen.

Der bayerische Autobauer setzt an einem anderen Punkt an, um konkurrenzfähig zu bleiben. Er will in erster Linie die Herstellungskosten deutlich kappen. «Wir werden bis 2025 die Produktionskosten pro Fahrzeug 25% senken – gemessen am Niveau von 2019», sagte Geschäftsleitungsmitglied Milan Nedeljkovic in einem Interview mit dem «Handelsblatt».

Dies solle über die Digitalisierung von Planungsprozessen, eine schlankere Logistik sowie eine bessere Auslastung der bestehenden Werke geschehen. Zudem sollen die Kapazitäten in allen Weltregionen deutlich aufgestockt werden. «Wir wollen vor 2030 eine Produktionskapazität von 3 Mio. Autos pro Jahr erreichen.» In diesem Jahr dürften die Verkäufe nach dem coronabedingten Einbruch wieder auf 2,5 Mio. Stück zulegen.

Am Aktienmarkt gehören BMW im laufenden Jahr zu den Gewinnern. Es herrscht eine positive Stimmung rund um den bayerischen Autobauer. In den ersten sechs Monaten des Jahres haben die Valoren knapp ein Viertel zugelegt. Inzwischen kosten sie mehr als 90 €. Das Allzeithoch von 123,75 € liegt aber noch ein gutes Stück entfernt. Wenn es nach Jefferies geht, dürften die Titel dieses Niveau in absehbarer Zeit aber überbieten.

Die Investmentbank hat vor zwei Wochen das Kursziel für BMW von 115 auf 135 € angehoben und die Einstufung auf «Kaufen» belassen. Die Aktien des Autobauers seien nicht nur generell attraktiv bewertet, die Anleger unterschätzten auch die Wertsteigerung durch die 2022 anstehende vollständige Konsolidierung des chinesischen Joint-Venture-Partners BMW Brilliance Automotive in der Bilanz, schrieb Analyst Philippe Houchois. China könnte sich damit zu einer Exportbasis für die Region Asien-Pazifik entwickeln, was die Aktien von BMW noch attraktiver machen könnte.