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Aktie im Blickpunkt

Adidas-Anleger freuen sich auf eine Zukunft ohne Reebok.

Carlo Emanuele Frezza

Die rasant steigenden Infektionen in Europa lasten zur Wochenmitte auf der Stimmung der Anleger. Die wichtigsten europäischen Börsen haben sich allesamt schwach gezeigt. Unter den Einzeltiteln haben sich nur wenige Aktien hervorgehoben, die sich gegen den Trend stemmten. Zu diesen gehörten Adidas (ADS 271.20 -1.27%), die im Dax (DAX 13'335.68 +0.37%) zuoberst standen und im europäischen Vergleich zusammen mit Sika (SIKA 230.60 +1.14%) die unangefochtene Spitze bildeten.

Während beim hiesigen Bauchemiekonzern die Quartalszahlen verantwortlich für das deutliche Plus waren, avancierten Adidas nachrichtenlos – zumindest auf den ersten Blick. Aktionäre reagierten am späten Vormittag auf einen Bericht im «Manager-Magazin» und kauften zu. Dem Artikel zufolge habe Adidas-CEO Kasper Rorsted die Geduld mit Reebok aufgegeben und intern ein Team mit der Aufgabe betraut, die Tochter zu veräussern.

Bereits in der Vergangenheit hat es immer wieder Spekulationen über einen Verkauf gegeben. Doch diesmal soll alles anders sein und vor allem schneller gehen. Nach der gescheiterten Sanierung der US-Marke soll bereits bis März 2021 ein Deal perfekt gemacht werden. Dann möchte Rorsted auch eine Fünfjahresstrategie bekanntgeben, in der Reebok offenbar keinen Platz findet.

Den Anlegern gefällt die Perspektive ohne Reebok. Adidas schlossen über 2% fester bei 282.10 €. Das Allzeithoch von 317.45 € – das die Titel zu Beginn des Jahres erreichten – rückt damit immer näher. Optimistisch gegenüber dem deutschen Sportartikelhersteller zeigen sich auch die Analysten.

Erst kürzlich hat Goldman Sachs (GS 235.40 -0.48%) das Kursziel von 310 auf 325 € angehoben und die Einstufung auf «Kauf» belassen. Das Segment Sportmode habe im weltweiten Bekleidungs- und Schuhmarkt in den vergangenen fünf Jahren seinen Anteil stetig ausgebaut, schrieb Analyst Richard Edwards in einer Branchenstudie. Davon werde in den kommenden Jahren auch der deutsche Riese profitieren. Für Adidas rechnet Edwards im Zeitraum 2021 bis 2031 mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzplus von 8%.

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