Blogs / Momentum

Aktie im Blickpunkt

Adidas profitieren nicht von Nike.

Carlo Emanuele Frezza

An den Finanzmärkten war am Montag die in Grossbritannien aufgetretene neue Variante des Coronavirus das grosse Thema. Die europäischen Indizes gaben allesamt deutlich nach. Der deutsche Leitindex Dax verlor 2,8%, und der Euro Stoxx 50 (SX5E 3'725.39 -0.78%), der die fünfzig grössten kotierten Unternehmen der Eurozone abdeckt, büsste 2,7% ein.

Die Abriegelung des Vereinigten Königreichs aus Sorge um eine stärker ansteckende Coronavirusmutation hat zu Wochenbeginn auch auf Adidas (ADS 171.56 -2.10%) (Börsenwert: 58.1 Mrd. €) gelastet. Allerdings haben sie sich mit Abgaben von 0,7% deutlich besser geschlagen als der Gesamtmarkt. Doch eigentlich hätte man davon ausgehen können, dass die Aktien des deutschen Sportartikelherstellers am Montag avancieren. Das, weil Nike (NKE 113.87 -0.53%) am vergangenen Freitag überzeugende Quartalszahlen publiziert hat.

Der amerikanische Konkurrent hat im Frühling wie Adidas massiv unter der Schliessung von Läden gelitten. Nun zeigt der Trend bei beiden Unternehmen wieder aufwärts, vor allem wegen besonders stark gestiegener Onlineverkäufe. Konkret setzte Nike im zweiten Quartal (per Ende November) 11,2 Mrd. $ um, nach 10,3 Mrd. im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn stieg 12% auf 1,3 Mrd. $. Mit diesen Zahlen hat der US-Konzern die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Dank einem florierenden Onlinehandel befindet sich auch Adidas im Aufwind. CEO Kasper Rorsted sieht seinen Konzern als einen Profiteur von Home Office und legerem Lebensstil. «Ich denke, es wird sehr lange dauern, bis die Leute wieder einen Anzug und braune Schuhe tragen wollen», sagte er vergangene Woche gegenüber dem US-Wirtschaftssender CBNC. Das dürfte sich auch bei den Umsatzzahlen im Onlinehandel zeigen. Wenn die hohe Nachfrage nach Sneakers und Sportkleidung vorerst anhält, soll der Umsatz im laufenden Jahr deutlich über 4 Mrd. € liegen.

Die Verluste von Montag dürfen also als kleiner Zwischenfall betrachtet werden. Das beurteilen auch die meisten Analysten so. Trotz der Einbussen sehen sie die Aktie weiter im Vorwärtsgang und empfehlen sie zum Kauf bzw. zum Halten.