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Aktie im Blickpunkt

Intel enttäuschen trotz positiver Vorzeichen.

Carlo Emanuele Frezza

Der dritte Handelstag der Woche stand voll und ganz im Zeichen von Intel (INTC 35.38 -0.03%). Die Valoren des grössten Chipkonzerns der Welt legten vorbörslich knapp 4% zu. Im Handelsverlauf konnten sie dann die starken Avancen allerdings nicht bestätigten und schlossen 2,3% schwächer bei 62 $. Damit erhielt der zu Jahresbeginn eingeleitete Aufwärtstrend einen Dämpfer. Gut 30% haben sie sich bisher im laufenden Jahr verteuert.

Der Grund weshalb Intel am Mittwoch im Fokus stand, war schnell auszumachen. Intel reagiert auf die jüngsten Produktionsschwierigkeiten, indem der Chiphersteller in den Vereinigten Staaten seine Kapazitäten massiv ausbaut. Bis zu 20 Mrd. $ will der Konzern für die Errichtung von zwei Fabriken in Arizona ausgeben. Ohne konkreter zu werden, kündigte er in diesem Bereich auch weitere Investitionen in Europa an.

Zudem steigt Intel in das Geschäft zur Auftragsfertigung ein. Damit öffnet das Unternehmen die Werke für externe Kunden. Dafür werde in den nächsten Jahren ein eigenständiger Geschäftsbereich aufgebaut.

Analysten unterstützen die neuen Pläne von Intel. Mit Blick auf den weltweiten Chipmarkt sind sie sich einig, dass sich der milliardenschwere Ausbau der Produktionskapazitäten insgesamt positiv auf die Aktien der Halbleiterbranche auswirken wird. Das hat sich am Mittwoch sogleich bestätigt – zumindest an den europäischen Börsen.

Die geänderte Strategie von Intel sorgte für viel Rückenwind unter den Chipherstellern. In einem schwachen Gesamtmarkt profitierten die Aktien von ASM International (ASMa 298.40 -0.72%), ASML (ASMLa 560.60 +0.21%), BE Semiconductor (BESIa 53.44 +0.87%) sowie Infineon (IFX 27.55 -0.04%). Dagegen gaben die in den USA gelisteten Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC (TSM 87.94 -2.04%)) deutlich nach.

Für Intel selbst sind die mittelfristigen Aussichten an der Börse eher uneinheitlich. Das zeigen die jüngsten Anpassungen beim Kursziel durch die US-Investmentbank JPMorgan und das Brokerhaus Bernstein. Während JPMorgan die Titel bei 80 $ fair bewertet sieht und sie zum Kauf empfiehlt, rät Bernstein mit einem Kursziel von 43 $ von einem Investment ab. Angesichts der schon starken Kursbewegung drängt sich ein Kauf nicht auf.