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Aktie im Blickpunkt

Lufthansa gerät wegen erneuter Reisebeschränkungen unter Druck.

Beatrice Bösiger

Die Aussicht auf verschärfte Restriktionen im internationalen Reiseverkehr setzt die Aktien der Luftfahrt- und der Tourismusindustrie unter Druck. Bereits am Wochenende haben Schweden, Belgien und Deutschland die Einreisebedingungen verschärft, nun will auch Grossbritannien nachziehen.

Grund dafür sind die verschiedenen Mutationen des Coronavirus. Der britische Premier Boris Johnson hat angekündigt, wer nach Grossbritannien einreise, werde möglicherweise im Hotel in Quarantäne gehen müssen. Zu gross ist die Angst, gegen eine der Varianten des Virus könnte einer der bisher zugelassenen Impfstoffe nicht wirken.

Das haben am Montag auch Lufthansa (LHA 5.50 +1.57%) zu spüren bekommen. Die Aktien der Fluglinie büssen 3,6% ein und handeln bei 9.60 €. Die Swiss-Mutter war damit zu Wochenbeginn die grösste Verliererin im deutschen MDax. Dabei gab sich Carsten Spohr, Vorstandschef der Fluglinie, vor Kurzem noch zuversichtlich. Die in den meisten Ländern mittlerweile angelaufenen Impfprogramme gaben Anlass zur Hoffnung. Und so meinte Spohr, dass Lufthansa die Staatshilfe womöglich gar nicht vollständig brauche, bisher seien erst 3 Mrd. der insgesamt 9 Mrd. € abgerufen worden.

Um nicht in die Insolvenz zu schlittern, erhielt Lufthansa 2020 Staatshilfen in der Höhe von 9 Mrd. € aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz. Im Frühjahr 2020 verlor sie auf dem Höhepunkt der Krise 1 Mio. € pro Stunde. Laut Spohr ist es nun noch 1 Mio. € alle zwei Stunden. Laut ihrem Vorstandschef hat sich Lufthansa für das laufende Geschäftsjahr darauf eingestell, zwischen 40 und 60% der Vorkrisenkapazität zu erreichen.

Kommt es auch bei den Sommerflugplänen zu Unterbrüchen, könnte das laut Analysten von Citigroup (C 65.04 -0.7%) dazu führen, dass die europäischen Fluglinien zusätzliches Kapital brauchen. Teilweise auch von ihren Aktionären. Vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie lag der Kurs der Lufthansa-Titel noch bei mehr als 15 €.