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Aktie im Blickpunkt

Gamestop mit Kurskapriolen.

Carlo Emanuele Frezza

Die Kurssprünge von Gamestop sorgen in diesen Tagen für grosse Schlagzeilen. Anfang Jahr kosteten die Valoren noch 17.25 $. Seit Mitte Januar zeigt der Trend steil nach oben. Inzwischen liegen die Aktien des Videospielehändlers knapp 400% über diesem Niveau – sie notieren fast 100 $. Am vergangenen Freitag war sie sogar die meistgehandelte US-Aktie am Markt.

Eigentlich sah es lange danach aus, als ob Gamestop bald von der Spielfläche verschwinden wird. Immer wieder wurde angeprangert, dass das Geschäftsmodell zu alt sei und die Konkurrenz die Situation noch verschärfe. Umso mehr erstaunt es, dass sich das Unternehmen jetzt mit einer beeindruckenden Rally zurückgemeldet hat.

Doch warum sind Gamestop plötzlich so attraktiv? Am 11. Januar publizierte der Videospielehändler seine Zahlen zum vierten Quartal, die zwar deutlich besser als erwartet ausfielen, aber auch keine Jubelschreie auslösten. Zudem kündigte er an, mehrere Manager mit Erfahrungen im Onlinehandel in die Geschäftsführung aufzunehmen. Analysten begrüssten diesen Schritt. Zacks Investment Research etwa kommentierte, dass dies die Transformation des Unternehmens beschleunigen könne.

Ganz anderer Meinung war das Leerverkäuferhaus Citron Research. In einem Video erklärte Andrew Left, weshalb man von Gamestop die Finger lassen und auf sinkende Kurse setzen sollte. Allerdings machte er nicht die Rechnung mit den sogenannten Robinhood-Tradern. Junge, oft unerfahrene Anleger investierten über den Gratisbroker Robinhood grosse Beträge in den Videospielehändler. Es folgte ein Short-Squeeze wie aus dem Lehrbuch. Denn die Leerverkäufer wurden innert kurzer Zeit dazu gezwungen, ihre Position zu schliessen.

In den kommenden Tagen dürfte der Aktienkurs von Gamestop weiter steigen. Doch sobald die ersten Gewinnmitnahmen folgen, müssen sich die Anleger auf eine Verkaufswelle einstellen. Dann ist es die Aufgabe der neuen Geschäftsleitung, das Unternehmen bei den Anlegern wieder schmackhaft zu machen.

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