Blogs / Momentum

Aktie im Blickpunkt

Intel will nach oben.

Carlo Emanuele Frezza

Die Aktien des amerikanischen Chipkonzerns mussten in den vergangenen vier Monaten unten durch. Kratzten sie Anfang April noch an der 70-$-Marke, kosten sie derzeit gerade noch etwas mehr als 50 $. Doch mit den jüngsten Nachrichten dürften die Valoren zumindest die Talsohle erreicht und vielleicht sogar den Startschuss zu einem Aufwärtstrend eingeläutet haben.

Intel (INTC 54.26 -1.04%) befindet sich mitten in einer Restrukturierung. CEO Pat Gelsinger, der zu Beginn des Jahres das Ruder übernommen hat, will, dass der Chipkonzern künftig stärker in der Auftragsfertigung tätig ist. Viele Konkurrenten entwickeln zwar Chips, lassen sie dann aber von Auftragsfertigern produzieren. Das amerikanische Unternehmen hingegen macht beides, verlor aber jüngst die Technologieführerschaft.

Nun gab Intel bekannt, bis 2025 wieder die Spitze von TSMC (TSM 103.00 +0.59%) und Samsung (SMSN 1'626.50 +0.43%) Electronics übernehmen zu wollen. Um diesem Ziel näherzukommen, hat der Chipkonzern am Montagabend eine neue Technologie mit der Bezeichnung Intel 20A vorgestellt sowie bekannt gegeben, seine Auftragsfertigung mit neuen Kunden auszubauen. Künftig würden für Qualcomm wie auch Amazon (AMZN 3'462.52 -0.74%) Halbleiter produziert, hiess es.

Neuigkeiten zu Intel gab es bereits zum Ende der vergangenen Handelswoche. Der Chipkonzern veröffentlichte am Donnerstag seine Zahlen zum abgeschlossenen zweiten Quartal und erhöhte zugleich die Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Während der Gewinn von April bis Juni dank dem anhaltenden Boom in der Chipbranche 6% auf 5,2 Mrd. $ geklettert ist, hat sich der Umsatz lediglich 2% auf 18,5 Mrd. $ erhöht. Nun soll sich das Wachstumstempo aber erhöhen – zumindest leicht. Denn die Geschäftsleitung geht für das Gesamtjahr neu von einem Umsatz von 73,5 Mrd. $ statt bisher 72,5 Mrd. $ aus.

Von diesen Zahlen lassen sich die Anleger aber nicht überzeugen. Sie befürchten, dass die neuen Prognosen ein schwächelndes Geschäft zum üblicherweise umsatzstarken Jahresende implizieren. Auch die Analysten sind gegenüber Intel vorsichtig eingestellt. Goldman Sachs (GS 391.46 -1.32%) und Bernstein halten beide an ihrer Verkaufsempfehlung für die Valoren fest.

Leser-Kommentare