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Aktie im Blickpunkt

SAP-Geschäftsleitung nutzt Kurssturz zu einem Grosseinkauf.

Carlo Emanuele Frezza

Die europäischen Börsen sind schwach in die Woche gestartet. Die ungebremst steigenden Infektionszahlen schrecken die Anleger ab. Der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3'527.79 +0.48%) büsste an den ersten beiden Handelstagen 3,8% ein und der deutsche Leitindex Dax (DAX 13'335.68 +0.37%) verlor 4,6%.

Eine Hauptrolle zum Wochenauftakt hatten auch SAP (SAP 100.14 +0.6%) gespielt. Die Aktien des grössten europäischen Softwarehauses stürzten am Montag zeitweise fast 21% ab, so stark wie zuletzt Anfang 1999. Den Handelstag beendeten sie bei 97.50 €. Der Börsenwert schrumpfte damit etwa 31 Mrd. €. Das ist mehr als die gesamte Marktkapitalisierung des ebenfalls im Dax gelisteten Rückversicherers Münchener Rück (MUV2 235.80 -1.01%).

Grund für den Einbruch war die zweite Prognosesenkung im laufenden Jahr. Analysten waren besonders vom Zeitpunkt der Meldung überrascht. Tatsächlich ist ein korrigierter Ausblick so kurz vor dem Jahresende eher eine Ausnahme als die Regel.

SAP geht neu davon aus, dass der bereinigte Gewinn zwischen 8,1 und 8,5 Mrd. € liegen werde. Bisher hatte sie bis zu 8,7 Mrd. € in Aussicht gestellt. Beim Umsatz rechnet sie mit 27,2 bis 27,8 Mrd. € statt der zuvor prognostizierten 27,8 bis 28,5 Mrd. Zudem erwartet das Management, dass sich die Pandemie «voraussichtlich mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2021» negativ auswirkt.

Am Dienstag zeigten sich die Anleger zunächst etwas versöhnlicher mit SAP und der Aktienkurs stieg bereits in der ersten Handelsstunde wieder über die 100-€-Marke. In der Folge ging es wieder nach unten. Den Handelstag beendeten die Valoren erneut im Minus bei 96.95 €. Am frühen Vormittag eine Nachricht für Schlagzeilen, wonach mehrere Geschäftsleitungsmitglieder den Kurssturz vom Vortag zu einem Grosseinkauf genutzt haben. So erwarb Hasso Plattner, Verwaltungsratspräsident und Mitgründer des Softwareriesen, Aktien im Wert von fast einer Viertelmilliarde Euro. Damit nicht genug: CEO Christian Klein und CFO Luka Mucic liessen sich die Gelegenheit ebenfalls nicht nehmen und kauften Titel für gut 102’000 € bzw. 75’000 €.

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