Blogs / Momentum

Aktie im Blickpunkt

Ryanair fliegen der Konkurrenz davon.

Beatrice Bösiger

Es ist eigentlich keine Überraschung. Die Covid-19-Pandemie sorgt bei einer weiteren Fluglinie für negative Schlagzeilen. Ryanair (RY4C 11.40 +3.73%) hat im Sommerhalbjahr einen Verlust erwirtschaftet, zum ersten Mal seit zehn Jahren. Von April bis September verlor der Billigflieger aus Irland 197 Mio. €. Im Vorjahr hatte er noch einen Gewinn von 1,15 Mrd. € erzielt.

Analysten hatten allerdings mit noch höheren Verlusten bei der Nummer zwei in Europa hinter EasyJet (EZJ 778.60 -3.76%) gerechnet. Angesichts der zweiten Welle erwägt die Fluglinie nun, ihre Kapazitäten weiter zu reduzieren. Auch weil der Sommer 2021 sich immer noch kaum kalkulieren lässt. Gemäss Firmenchef Michael O’ Leary geht Ryanair von 50 bis 80% der Vor-Corona-Kapazität aus, er will allerdings keine Finanzprognose abgeben.

Er ist nicht der Einzige: Sogar Anfang November sei es schwierig, in der Reisebranche Firmenchefs zu finden, die eine Prognose für 2020 abgeben wollen, schreiben die Analysten der UBS (UBSG 13.15 -0.68%).

Als zusätzliche Schwierigkeit dürften sich nun die erneuten Einschränkungen in verschiedenen europäischen Ländern erweisen. Grossbritannien etwa hat einen neuen Lockdown ausgerufen, Ryanair erwirtschaftet hier ein Fünftel ihres Umsatzes.

Zugute kommt der Fluglinie allerdings ihre gute Kapitalausstattung. Ende September verfügte sie über 4,5 Mrd.€ Cash; sie hat laut Bernstein Research eine der besten Bilanzen in der Branche und hat die Kosten gut im Griff. Anleger hätten deshalb wenig Grund zur Sorge. Die Aktien haben an der Londoner Börse um 0,8% zugelegt und notieren bei 12,07 p.

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.
Roland Heinzer 03.11.2020 - 16:49
Die Fliegerei wird sich erst dann wieder erholen, wenn es eine weltweit anerkannte Impfung gegen Covid-19 gibt. Wer möchte vorher in die Ferien fliegen und dazu haben auch noch die Corona-freien Lände kein Interesse das Virus von infizierten Reisenden aus dem Ausland zu importieren. Das dauert wohl noch bis 2022 bis die alten Frequenzen wieder erreicht sind. Mittlerweile werden die… Weiterlesen »