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Aktie im Blickpunkt

Facebook droht Ungemach.

Beatrice Bösiger

Eigentlich wäre alles so schön: Facebook (FB 315.02 -1.05%) befindet sich im Hoch. Das soziale Netzwerk hat im ersten Quartal den Umsatz um 46% auf 26,1 Mrd. $ gesteigert. Die Analysten waren von 23,7 Mrd. $ ausgegangen.

Hinter dem Zuwachs stehen laut Facebook-CFO David Wehner hauptsächlich die gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel höheren Preise für Onlinewerbung. Aufgrund der geschlossenen Läden während der Pandemie haben mehr Unternehmen Werbung bei Facebook gebucht, um ihre Kunden trotzdem erreichen zu können. Der Konzern geht davon aus, dass dieser Trend sich für den Rest des Jahres fortsetzen wird.

Gegenwind droht Facebook nun aber von Apple (AAPL 128.10 +0.2%). Wer sein iPhone auf die neueste iOS-Version 14.5 updatet, bekommt ab sofort die Möglichkeit zu entscheiden, welche Apps die eigenen Aktivitäten auf anderen Webseiten und Apps nachverfolgen dürfen. Wird dies abgelehnt, können Unternehmen ihre Werbung künftig nicht mehr personalisieren, wodurch die Einnahmen daraus sinken dürfen.

Für Facebook sind diese jedoch entscheidend. Mehr als 95% seines Umsatzes hat das soziale Netzwerk im Berichtszeitraum damit erzielt. Mit ganzseitigen Inseraten hat es sich unter anderem in der britischen «Financial Times» gegen die Neuerung gewehrt – allerdings vergeblich. Facebook rechnet damit, dass erste Auswirkungen davon sich bereits im laufenden Quartal zeigen.

Um Verluste abzufedern, plant Facebook-CEO Mark Zuckerberg, die Investitionen in E-Commerce auszubauen, so soll etwa auf Instagram künftig mehr eingekauft werden.

Bei den Anlegern überwiegt trotzdem der Optimismus: Nach Handelseröffnung haben die Aktien zwischendurch um mehr als 6% zugelegt und notieren bei 326.80 $. Seit Anfang Jahr beträgt der Zuwachs knapp 20%.

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