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Aktie im Blickpunkt

Autobauer Ford unter Druck.

Alexander Trentin

Es ist eine absurde Situation: Im ersten Quartal dieses Jahres hat der US-Autobauer Ford (F 10.01 +1.62%) so viel Gewinn erzielt wie noch nie. Trotzdem brach der Kurs ein: Am Donnerstag notierte die Aktie 9,5% tiefer. Damit sank sie auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Mit einem Quartalsgewinn von 4,8 Mrd. $ hat Ford aber eine eindrückliche Erholungsbewegung fortgesetzt. Der Konsens der Analysten wurde um ein Vielfaches geschlagen. Der coronabedingte Verlust im zweiten Quartal 2020 von 2 Mrd. $ scheint nun weit zurückzuliegen.

Aber warum sind die Märkte trotzdem so negativ eingestellt? Die Antwort ist klar: Der Konzern sorgt sich um die Knappheit an Halbleitern, die für moderne Automobile unverzichtbar sind. So hat ein Feuer in einer Chipfabrik in Japan die schon bestehende Knappheit noch verschärft. Ford wird wegen der fehlenden Halbleiter dieses Jahr 1,1 Mio. Fahrzeuge weniger produzieren. Das würde einem Rückgang von rund 2,5 Mrd. $ an Betriebsgewinn entsprechen.

Doch schon im ersten Quartal konnten weniger Fahrzeuge als geplant produziert werden. Dank höherer Verkaufspreise hat das dem Gewinn bisher nicht geschadet: Es wurden 6% weniger Autos als im Vorjahresquartal verkauft, aber trotzdem ein 7% höherer Umsatz erzielt. Die höhere Marge ist wohl nicht zu halten. So erwartet das Ford-Management, dass die Rohmaterialien teurer werden.

Ausser um die aktuellen Probleme muss sich der Autobauer auch um seine strategische Neuausrichtung sorgen. So hat man nun angekündigt, den Konkurrenten General Motors (GM 53.94 -3.22%) und Volkswagen (VOW3 205.60 -1.53%) zu folgen und selbst Batterien für Elektrofahrzeuge zu produzieren. Das ist teuer und ein ungewisses Geschäft, aber angesichts des zu erwartenden Booms an Elektroautos gibt es dazu kaum eine Alternative.

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