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Aktie im Blickpunkt

Eni sind in Form.

Carlo Emanuele Frezza

Die Aktien des italienischen Öl- und Gaskonzerns Eni (ENI 10.20 -0.58%) sind seit Monaten im Aufwind. Noch im Herbst des vergangenen Jahres kosteten sie bloss 6.40 €. So tief notierten sie erst einmal zuvor – Anfang 1996, als das Unternehmen an die Börse ging und die italienische Währung noch Lira war. Inzwischen haben sich die Titel vom Tief erholt und kosten am Mittwoch zum Börsenschluss 10.49 €. Das entspricht für die Zeitspanne der vergangenen sechs Monate einem Plus von gut 55%. Allein im laufenden Jahr haben sie über 20% zugelegt. 

Die Hoffnungen auf weitere Avancen sind durchaus intakt. Das sehen zumindest die Analysten so. Die US-Investmentbank Goldman Sachs (GS 330.81 -0.1%) hat am Dienstag das Kursziel für Eni vor der Berichtssaison zum ersten Quartal von 12,50 auf 13,50 € angehoben und die Einstufung auf «Kaufen» belassen. Analyst Michele della Vigna zeigt sich in seiner jüngsten Branchenstudie zuversichtlich, dass die Ölriesen die Weichen für ein starkes Jahr 2021 und den Beginn von Aktienrückkäufen stellen. 

Auch UBS (UBSG 14.94 +0.3%) ist gegenüber Eni positiv gestimmt und sieht weiteres Aufwärtspotenzial. Das hat mit dem für den italienischen Ölkonzern positiven Ende eines der grössten Korruptionsprozesse in der Geschichte der Erdölbranche zu tun. Dabei ging es um eine rund 1,3 Mrd. $ schwere Transaktion, mit der sich Eni sowie Royal Dutch Shell (RDSB 1'335.20 -0.65%) Bohrrechte vor der Küste Nigerias gesichert hatten. Verkäufer war ein Unternehmen, das vom früheren nigerianischen Ölminister Dan Etete kontrolliert wurde. Die Anklage war davon ausgegangen, dass über eine Milliarde Dollar des Kaufpreises in die Taschen von Politikern und Vermittlern flossen, darunter auch in die von Etete. 

Vor zwei Wochen sind sowohl Eni und ihr CEO Claudio Descalzi als auch Shell nach einem jahrelangen Prozess freigesprochen worden. Dass sei auch für die Aktien wichtig, weil sich damit das Reputationsrisiko verringere, kommentierte die UBS das Urteil. Sie empfiehlt die Titel des italienischen Konzerns nach wie vor zum Kauf und hat das Kursziel auf 12.25 € erhöht. 

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