Meinungen

Aktien ja, aber

An Aktien führt trotz der höheren Unsicherheit kein Weg vorbei. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Wer langfristig investiert ist, sollte Ruhe bewahren»

Sie sind nervös, die Anleger, sehr nervös. Es kommt einem vor, als warteten sie regelrecht auf den Crash, getrauten sich aber nicht, auch nur irgendetwas an ihrem Portfolio zu ändern. Um es vorwegzunehmen: Das ist vielleicht auch gut so.

Als die Aktienkurse am Montag purzelten, war in Anlehnung an den Börsencrash vom 19. Oktober 1987 gleich wieder vom «Black Monday» die Rede. Lächerlich. Damals verlor der Dow Jones an einem Tag über 20%, am Montag waren es nicht mal 3%. Ganz kalt lassen sollten die Anleger solche Tage aber nicht. Es gibt genügend Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden müssen, damit das Aktienjahr 2019 den Anlegern nicht in schlechter Erinnerung bleibt. Der Handelsstreit ist nur einer davon.

In unsicheren Zeiten hilft ein Blick auf die Bewertungen. Viele Unternehmen haben ihre Gewinnprognosen zurückbuchstabiert. Gleichzeitig darf nicht in Vergessenheit geraten, dass der Swiss Market Index (SMI) seit Anfang Jahr 15% avanciert hat. Eine Folge davon sind teurere Aktien. Auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses 2020 sind die Titel des SMI mit 15 und damit 20% höher bewertet als zur Jahreswende. Zwar waren Schweizer Aktien auch schon mal teurer, doch günstig ist das dennoch nicht.

Was heisst das nun für das Aktienportefeuille? Zur Sicherheit die Cash-Komponente erhöhen? Nein. Nur wer in einen Liquiditätsengpass geraten könnte und Gefahr läuft, Aktien nach Kursverlusten im ungünstigsten Moment verkaufen zu müssen, sollte die Barreserve aufstocken. Wer langfristig investiert ist, sollte Ruhe bewahren und auf die Notenbanken vertrauen. Auch wenn holprige Zeiten bevorstehen; an Aktien führt kein Weg vorbei.

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