Märkte / Makro

Aktien sind immer weniger gegen das Zinsrisiko gefeit

Früher konnten Anleger gut diversifizieren: Bei fallenden Marktzinsen sank die Börse, und die Anleihen stiegen. Doch die Rally der Tech-Riesen ändert diesen Zusammenhang.

Es ist eine auffällige Gleichläufigkeit in den vergangenen Jahren: Die ­Zinsen sinken, und die Aktienkurse steigen. Eigentlich sollte man das Gegenteil erwarten: Wenn sich der wirtschaftliche Ausblick verschlechtert, sinken an den Anleihenmärkten die ­Renditen, und die Börsen geben nach. Aber es gibt auch einen gegenteiligen ­Effekt: Der Gegenwartswert (Barwert) künftiger ­Geldflüsse aus Aktien steigt mit ­sinkenden ­Zinsen, weil der Diskontsatz abnimmt.

Gemäss dieser Logik gibt es ein Zins­risiko für Aktien – die Kurse könnten bei steigenden Marktzinsen fallen. Wären die künftigen Cashflows der Aktien fix, wäre das Durations-Risiko bei den Aktien sogar grösser als bei Anleihen. Der Asset Manager GMO hat anhand des Barwertmodells das Durations-Mass von Aktien auf 35 geschätzt, bei Staats­anleihen mit zehn Jahren Laufzeit beträgt die Duration gerade einmal 9. Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.