Aktientipps

Einige Zulieferer sind gut positioniert, um von den Umwälzungen im Mobilfunkmarkt zu profitieren. Nachfolgend eine Auswahl von fünf Aktien.

Reizvoll

FIRMENLOGO, RIETSTRASSE, SCHILD

Der Lauf von Apple beeindruckt. Seit Frühjahr 2013 haben sich die Titel des Schwergewichts verdoppelt. Analysten warten mit teils abstrusen Erklärungen auf, wieso der Siegesmarsch weitergehen sollte. Jeder iPhone-Nutzer beispielsweise werde eine Watch von Apple kaufen, heisst von Global Equities. So weit wird es nicht kommen. Und wem die Bewertung von Apple mit mehr als 750 Mrd. $ langsam unheimlich vorkommt, der greift zu einem Zulieferer, zu AMS etwa. Der österreichische Chiphersteller liefert Sensoren für iPad, iPhone und wohl auch die Watch, hat aber auch andere Kunden. Die Titel sind in der Schweiz kotiert. Seit kurzem steigt die Betriebsgewinnmarge nicht mehr wie gewohnt. An der Börse spielte das keine Rolle. AMS verzeichnen seit Frühjahr 2013 ein Plus von 130%, mehr als Apple. Das Feld Wearables und künftig mehr Hightech im Auto sollten weiter Schwung verleihen. Ende März werden AMS in den Stoxx 600 aufgenommen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2015 erreicht 19. Auf diesem Niveau würden Rückschläge nicht überraschen. Für langfristig orientierte Investoren wäre das die Einladung zu einem Engagement. TR

Stählern

AUTO, AUTOMESSE, AUTOSCHAU, AUTOSALON, AUTO SHOW,

Eine Schale aus Plastik bei einem Smartphone hat viele Vorteile – und einen entscheidenden Nachteil: Das Gerät wird stets billig wirken, vor allem gegen Produkte mit einem Metallgehäuse. Das haben die Verantwortlichen von Samsung erkannt. Lange Zeit haben sie auf Plastik gesetzt. Nun bringen sie Smartphones der A-Serie mit Metall – und wie auf dem Mobile World Congress bekannt wurde, auch das neue Flaggschiff des südkoreanischen Konzerns. BYD Electronic (BYD-E) dürfte einer der Schlüsselzulieferer von Metallgehäusen für Samsung sein. Das chinesische Unternehmen liefert Komponenten für Handys oder fertigt die Geräte im Auftrag der Kunden selbst. BYD-E hat die Kapazitäten an CNC-Fräsmaschinen von 5000 Anfang 2014 auf jetzt 15 000 verdreifacht. Wenn sich Samsung-Geräte mit den Metallgehäusen gut verkaufen, sollte das für einen Ergebnissprung für die Chinesen sorgen. Dazu kommen andere Kunden aus dem Reich der Mitte, für die BYD-E Metallgehäuse produziert. Das KGV 2015 erreicht 11. Die Titel bleiben vor allem eine Wette auf den Erfolg von Samsung. Diese Aktien wiederum verkaufen sich eher schlecht. TR

Wendiger

Alcatel Settlement

Der französisch-amerikanische Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent arbeitet an seinem Turnaround. Nach schwierigen Jahren der Restrukturierung ist gemäss den Worten von CEO Michel Combes nun die Phase zwei gestartet – die Gesellschaft fokussiert auf Kernthemen, öffnet sich aber auch für Kunden jenseits der Telecombranche. Das macht Sinn, weil sich die Machtverhältnisse in der digitalen Welt verschieben. Als mögliche Neukunden hat Alcatel-Lucent unter anderem Over-the-Top-Anbieter im Visier, die beispielsweise Video-Streaming anbieten. Für diese Unternehmen spielen Investitionen in die Cloud-Architektur eine grosse Rolle. Ab dem laufenden Jahr rechnen Analysten im Durchschnitt wieder mit schwarzen Zahlen. Die Aktien sind vor allem für risikofähige Anleger interessant. Seit Jahresbeginn haben sie allerdings fast ein Fünftel zugelegt, was zu einem KGV von 16 für das kommende Jahr führt. Weniger Risiko und attraktivere Dividendenperspektiven (3,6% erwartete Rendite  für 2016) bieten die Valoren des schwedischen Konkurrenten Ericsson. Mit einem KGV von 18 für 2016 sind sie aber auch stattlicher bewertet. CC

Global

Inside Lenovo Group Ltd.'s Headquarters And Flagship Store

Viele Investoren haben Lenovo den doppelten Zukauf der Server-Sparte von IBM sowie des Handygeschäfts von Google übel genommen. Die Papiere des chinesischen Hightech-Konzerns fielen auf teils weniger als 10 HK-$. Dabei hat das Unternehmen wie kein zweites ­bewiesen, dass es sich darauf versteht, aus Geschäften mit geringen Margen Profit zu schlagen. Vor zehn Jahren übernahm Lenovo die PC-Sparte von IBM. Seit drei Jahren verkauft weltweit niemand mehr PC als Lenovo. Auch im Server-Geschäft und im Smartphone-Bereich haben sich die Lenovo-Manager hohe Ziele gesetzt. Nach dem Kauf von Motorola gehen jetzt schon 60% der Smartphones in den Export. Die Lenovo-Einheit habe gegen Ende 2014 erstmals in einem Quartal mehr als zehn Millionen Geräte verkauft, sagte Lenovo-CEO Yang Yuanqing. Dabei habe sich die Profitabilität schneller als gedacht gesteigert. Das Smartphone-Geschäft steht nun für einen Viertel des Lenovo-Umsatzes. Nach Barcelona bringt das Unternehmen eine Handvoll neuer Geräte. Das KGV 2015 liegt bei nicht mehr günstigen 21. Kursrückschläge können für einen Einstieg genutzt werden. TR

Vorausdenkend

BlackBerry Ltd Smartphones And U.K. Headquarters As $4.7 Billion Dollar Buyout Deal Agreed With Fairfax Financial Holdings Ltd

Als Hersteller von  Smartphones ist BlackBerry (früher RIM) in ein unrühmliches Nischendasein gerutscht. Doch die Kanadier dürften der Marginalisierung entgehen, auch wenn der Turnaround unter CEO John Chen noch nicht abgeschlossen ist. Die «Brombeere» bringt ein enormes Know-how mit, was mobile Datennutzung im Unternehmensumfeld betrifft. BlackBerry bietet etwa eine Plattform an, von der aus unterschiedliche mobile Endgeräte sicher verwaltet werden können. Vorige Woche sorgte eine Kooperation mit Google für Aufsehen. Der Trend zu Lösungen, die private und geschäftliche Anwendungen auf einem Gerät trennen, spielt BlackBerry in die Hand. Der Zukauf des virtuellen SIM-Karten-Anbieters Movirtu sowie des Datensicherheitsspezialisten Secusmart, der mit IBM und Samsung kooperiert, war ein geschickter Schachzug. Auch als mögliches Übernahmeobjekt oder als Kandidat für eine Aufspaltung bleibt die Gruppe im Gespräch. Risikofähige kaufen jetzt die Aktien zu einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,7, obwohl auch im Geschäftsjahr 2015/16 erneut rote Zahlen zu erwarten sind. DM