Man möchte nicht gegen sie antreten müssen: taiwanesische Marinesoldaten. Der Schaukampf, den sie hier bieten, sendet eine klare Botschaft (lasst uns bloss in Ruhe) an einen eindeutigen Empfänger (Peking). Die wenigsten Taiwan-Chinesen möchten Volksrepublik-Chinesen werden. Das Auftrumpfen der kommunistischen Grossmacht in Hongkong ist nicht geeignet, der Inselrepublik – die Freiheitlichkeit mit effizientem Wirtschaften verbindet – glaubhaft ein Arrangement à la «ein Land, zwei Systeme» zu vermitteln. Derweil Chinas Marine fortwährend imperialer aufkreuzt, wirkt die amerikanische Pazifikflotte unentschlossen; Präsident Trumps Heldentum ist eher rhetorisch. Umso mehr muss Taiwan, nur 180 km vor Chinas Küste gelegen, durch eigene Wehrhaftigkeit den Preis, den ein Angreifer zu bezahlen hätte, abschreckend hoch halten. Sollte die «Volksbefreiungsarmee» Taiwan zu «befreien» versuchen, käme das sehr viel teurer zu stehen als etwa Russlands handstreichartige Heimholung der Krim. Chinas Machthaber Xi Jinping träumt den «chinesischen Traum» vom Aufstieg seiner Nation, mitsamt der aus seiner Sicht unbotmässigen Insel. Doch eine Invasion wäre ein Albtraum. Nicht nur für Taiwan, auch für China selbst. (Bild: Ritchie B. Tongo/EPA/Keystone)