Unternehmen / Gesundheit

Alcon feiern starkes Börsendebüt

Novartis und Alcon gehen nun getrennte Wege. Der Wert beider Aktien zusammen entspricht gemessen am Vortagesschluss von Novartis einem Plus von gut 2%.

(AWP) Dem Börsenneuling Alcon (ALC 58.9 -0.07%) ist am Dienstag ein gutes Debüt an der SIX gelungen. Der Pharmakonzern hat die Augensparte im Zuge seiner Konzentration auf das Pharmageschäft abgespalten. Mit dem ersten Kurs wies Alcon eine Marktkapitalisierung von knapp 27 Mrd. Fr. auf. Die Titel wurden direkt in den SMI (SMI 9922.37 -0.15%) aufgenommen.

Novartis (NOVN 92.5 -0.22%) hatte die Abspaltungspläne bereits im vergangenen Jahr kommuniziert. Die Trennung soll es beiden Unternehmen ermöglichen, ihr jeweiliges Potenzial bestmöglich auszunutzen. Seit Vas Narasimhan im Februar 2018 den Chefposten übernommen hat, bleibt bei Novartis kein Stein auf dem anderen. Die Abspaltung der Augensparte ist dabei nur einer von verschiedenen Schritten, mit denen er Novartis in ein fokussierteres Pharmaunternehmen umbauen will.

Im Zuge der Abspaltung nun haben die Aktionäre für fünf Novartis-Aktien einen Alcon-Titel erhalten. Dabei wurden diese neuen Alcon-Aktien in Form einer Sachdividende an die Aktionäre von Novartis sowie die Inhaber von ADRs (American Depositary Receipt) ausgegeben. Insgesamt umfasst das ausgegebene Aktienkapital von Alcon knapp 489 Mio. Namenaktien. Ein öffentliches Angebot zum Kauf der Namenaktien fand nicht statt.

Für den Alcon-CEO David Endicott stellt der heutige Schritt einen Wendepunkt dar. «Wir sehen Alcon in einer starken Position, mit der wir unsere Marktführerschaft noch weiter ausbauen können,» sagt der Manager gegenüber AWP. Auch die Resonanz von Investorenseite sei in den letzten Monaten ermutigend gewesen, ergänzte er.

Starken Start noch ausgebaut

Der Eröffnungskurs von Alcon lag am Dienstagmorgen bei 55 Fr., womit die Marktkapitalisierung sich auf knapp 27 Mrd. Fr. belief. Sie schlossen bei einem Kurs von 58,05 Fr.

Novartis wiederum wiesen mit einem Minus von 10,6% auf 84,81 Fr. zwar einen deutlichen Abschlag auf. Bereinigt man den gestrigen Schlusskurs aber um den Abspaltungs-Effekt, errechnet sich für Novartis ein Plus von mehr als 2%.

Manche Investoren auf falschem Fuss erwischt

Gemäss Händlern hat diese Kursentwicklung einige Marktteilnehmer überrascht, wenn nicht gar auf dem falschen Fuss erwischt. Denn zahlreiche Investoren hätten eher damit gerechnet, dass der Kurs nach einem freundlichen Start etwas zurückkommen würde und hätten entsprechend auf fallende Kurse gesetzt.

Mit den Kursen und der Marktkapitalisierung übertrifft Alcon auch die durchschnittlichen Schätzungen der meisten Analysten. Nur wenige hatten mit Anfangskursen jenseits der 55 Franken-Marke gerechnet. Allerdings müsse nun noch abgewartet werden, wie sich der Kurs mit der US-Börseneröffnung entwickelt, gibt ein Marktteilnehmer zu bedenken.

Die eher pessimistische Einschätzung habe auch damit zu tun, dass Alcon nach ein paar schwachen Jahren erst im vergangenen Jahr der Turnaround gelungen sei. Erst mit einem Management-Wechsel Anfang 2016 hatten bekanntlich die Aufräumarbeiten bei Alcon begonnen. Die schwache Entwicklung dürfte überhaupt erst der Grund gewesen sein, dass Alcon von Novartis abgespalten wurde.

Branchenführer in wachsendem Markt

Heute gehört Alcon wieder zu den Branchenführern. Das Unternehmen ist sowohl in der Augenchirurgie als auch im Bereich Kontaktlinsen und Pflegemittel unterwegs. «Der Bedarf an Augenheilkunde wächst beachtlich, da unsere Bevölkerung altert und die Menschen mehr Zeit vor Bildschirmen und Mobilgeräten verbringen», wurde CEO Endicott in einer Mitteilung von Alcon zitiert.

Alcon selbst stellt ein Wachstum in etwa mit der Branche in Aussicht, das derzeit auf ein Plus von etwa 4 Prozent pro Jahr geschätzt wird. Alcon hat sich ausserdem eine Verbesserung der Margen auf die Fahnen geschrieben. Bei einem Wachstum von vier Prozent ergäbe das ein klares Gewinnplus, meinte ein Experte.

 

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