Börsianern ist der Name bekannt, als Alcon im April 2019 an die Schweizer Börse kommt. Das auf Augen­behandlung spezialisierte, 1948 im texa­nischen Fort Worth gegründete Unter­nehmen gelangte 1977 in den Besitz von Nestlé, zu einem Schnäppchenpreis. Alcon setzt damals vergleichsweise mickrige 150 Mio. $ um. Unter den Fittichen des Nahrungsmittelkonzerns entwickelt sie sich prächtig, in den Neunzigerjahren mit prozentual zweistelligen Wachstumsraten. 2002 bringt Nestlé einen Teil von ­Alcon an die US-Börse.

Sieben Jahre später, als Novartis eine erste Tranche von 25% an Alcon erwirbt, weist diese einen Umsatz von 6,3 Mrd. $ und eine Betriebsgewinnmarge von 35% aus. Als der Basler Pharmakonzern die neue Tochtergesellschaft ganz übernimmt, ist die Schlussrechnung auf 51,6 Mrd. $ gestiegen.

Mit Bürden in die Freiheit

Novartis wird mit dem teuren Erwerb nie wirklich glücklich – was auch umgekehrt gilt. Unter ihrem Regime büsst Alcon Marktanteile und Ertragskraft ein. Der Schritt in die Selbständigkeit im Frühling 2019 befreit das Unternehmen von Novartis’ Fesseln. Der Start ist allerdings eher harzig. Der Pharmakonzern entlässt Alcon mit einer Bilanz, die von den Folgen der teuren Übernahme ein Jahrzehnt zuvor belastet ist: 10,7 Mrd. $ immaterielle Güter und 9 Mrd. $ Goodwill.

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