Wo wird am wildesten gebechert? In den weiten Wasser­wüsten des Pazifik, auf dem Archipel der Cook Islands. Auf diesen lose mit Neuseeland verbundenen Eilanden leben bloss gegen 20 000 Menschen, die meisten von ihnen sind Maori, christlich und – fettleibig: Jeder zweite Insulaner gilt als schwer übergewichtig. Zur Korpulenz dürfte der durchschnittliche Jahreskonsum von knapp 13 Litern Alkohol einiges beitragen. Von grösseren, damit repräsentativeren Staaten liegen nur Lettland und Tschechien auf nahezu gleich ­erhabenem Zecherniveau. Die Schweiz ist gemäss den von der Weltgesundheitsorganisation WHO erhobenen Daten von 188 Ländern mit 9,4 Litern etwa auf europäischem Normalmass. In den Nachbarländern Österreich, Frankreich und Deutschland erliegt man spürbar deutlicher dem Dämon Durst, in Italien dagegen kommt Genuss vor Gelage. Schier ernüchternd wirkt der russische Mittelwert von «nur» 7,3 Litern – ist das Klischee von der Volkskrankheit Wodkasuff so falsch? Die 4,5 Liter in China sind derart bescheiden, dass sie die wirtschaftliche Produktivität offenkundig nicht beeinträchtigen. Im türkischen Glas schliesslich findet sich nur quasi eine homöopathische «Pfütze» von 1,2 Litern. Dem glaubensstrengen Staatschef Erdogan ist wohl schon dies zu viel. Staatsgründer Atatürk dagegen war seinerzeit häufig übermässig erfrischt. Er starb 1938 an Leberzirrhose.