Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp

Richard Nixon nahm’s mit der Wahrheit nicht immer so genau. Das kostete ihn das Amt. In den frühen Siebzigerjahren erschütterte der Watergate-Skandal die USA. Die beiden Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein von der «Washington Post» recherchierten ab 1972 in dieser Sache hartnäckig, Chefredaktor Ben Bradlee und Herausgeberin Katharine Graham (rechts ihre Unterschrift) hielten ihnen den Rücken frei. «Woodstein» wurden zu Helden des investigativen Journalismus. Ihr Buch über die Watergate-Affäre, «All the President’s Men», wurde 1976 verfilmt, mit Robert Redford als «Wood-» und Dustin Hoffman als «-stein». Zwar zeigt der Anteilschein der «WaPo» – seit 2013 gehören alle Aktien Amazon-Gründer Jeff Bezos – das Kapitol, doch im Blickfeld ist selbstverständlich ebenso sehr das Weisse Haus. Das ist im postfaktischen Zeitalter wichtiger denn je. Postfaktisch heisst: Der Effekt zählt, die Wahrheit kümmert keinen; Fiktionen wirken, Fakten stören. Nur leider lesen auch in den USA weniger Menschen denn je eine anspruchsvolle Zeitung. Was über die Glotze flimmert oder über die digitalen Schmierwände zwitschert, hat sich zu einer Realität jenseits der Tatsachen emanzipiert. Halten wir’s mit Ben Bradlees legendärem Glauben, dass sich am Ende, irgendwann, die Lüge jedoch immer rächt und die Wahrheit ans Tageslicht kommt: «You never monkey with the truth.»

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.