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Alle mit Anlagequalität Roche und Novartis untervertreten

Barbara Mettler

Die Pharma- und Spezialitätenchemieindustrie zählt zu den Pfeilern der Schweizer (Export-)Wirtschaft. Gemessen an ihrer Wichtigkeit hat die Branche jedoch nur wenige Frankenobligationen ausstehend, von denen im laufenden Jahr erst noch zahlreiche zurückgezahlt werden (vgl. Tabelle). Der Pharmariese Novartis ist auf dem Anleihentableau gar nicht vertreten, Stadtrivale Roche begab bislang nur eine Optionsanleihe, die im März ausläuft. Etwas emissionsfreudiger zeigen sich immerhin die Kleineren der Branche.
In einer am Freitag veröffentlichten Studie nehmen die Bonitätsanalysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) die Schuldner unter die Lupe. Sie vergleichen ihre Ratings mit der Marktbewertung und leiten daraus Empfehlungen ab. 4% Ems-Chemie 2002/2008 beispielsweise gilt es nach ihrer Einschätzung zu verkaufen. Wegen der kurzen Restlaufzeit notierten die Bonds derzeit höher als die Schuldverschreibungen eines Triple-A-Schuldners und seien somit viel zu teuer. Als zu hoch bewertet erachten sie auch 31/8% Clariant 2007/2012. Zu pessimistisch sei der Markt dagegen für den Single-A-Schuldner Givaudan, würden doch 21/4% Givaudan Finance 2005/2012 als Triple-B gehandelt.
Erfreulich ist gemäss ZKB, dass sämtliche der beurteilten Pharma- und Spezialitätenchemieschuldner Anlagequalität aufweisen. Mit Abstand das beste Rating weist Roche auf, gefolgt von Ems-Chemie und Givaudan. ZKB gibt indes zu bedenken, die Note des Aroma- und Riechstoffherstellers könnte heruntergestuft werden, sollte die Integration von Quest nicht reibungslos ablaufen.
Obwohl auch Lonza eine übernommene Gesellschaft (Cambrex) zu integrieren hat, wurde das Rating einen Notch auf BBB+ heraufgestuft. Lonza habe ertragsschwache Geschäftseinheiten verkauft und hoch profitable erworben, ohne dabei die Verschuldung deutlich zu erhöhen, lobt ZKB. Kritisiert werden dagegen Ciba SC und Clariant. Beide Unternehmen konzentrierten sich darauf, die Effizienz zu steigern, was durch den anhaltenden Margendruck immer wieder zunichte gemacht werde. Besser wäre es, in zukunftsträchtige Produkte zu investieren.BM Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?