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Alpiq-Ankeraktionäre können Kleine abschütteln

Mit den GV-Entscheiden wird die Alpiq Holding in die Alpha 2020 fusioniert. Die Abfindung für die Publikumsaktionäre beträgt 70 Fr. pro Titel.

(AWP/GAH) Die Aktionäre der Alpiq (ALPH 70 0%) Holding haben an der heutigen ordentlichen Generalversammlung sämtliche Anträge des Verwaltungsrats gutgeheissen. Die GV habe mit 91,73% aller im Handelsregister eingetragenen Alpiq-Aktien der Abfindungsfusion (Squeeze-out Merger) mit der Alpha 2020 zugestimmt, teilte Alpiq am Mittwoch mit.

Damit wird die Alpiq Holding in die Alpha 2020 fusioniert. Sämtliche Minderheitsaktionäre der Alpiq erhalten im Rahmen der Transaktion eine Abfindung von 70 Fr. für jede von ihnen bei der Fusion gehaltene Alpiq-Aktie. Ihre Interessen seien geschützt worden, da die Abfindung dem Wert der Namenaktie von Alpiq entspreche, heisst es weiter. Bereits im Dezember sind die Titel auf Geheiss der Grossaktionäre dekotiert worden.

Mit Blick auf das Abfindungsverfahren wurde Bank Alantra damit beauftragt, einen unabhängigen Bewertungsbericht zu erstellen. Darin wurde eine Bandbreite von 63.30 bis 72.50 Fr. für den Wert je Alpiq-Aktie ermittelt. Das bestätige, dass die Abfindung von 70 Fr. angemessen sei.

Kleine gegen Grosse

Die Übernahme von Alpiq hatte Kleinaktionäre zum Kampf gegen die Grossen angeregt. Die Kleinen hielten rund 11,6%, als die Credit Suisse Anlagestiftung (CSA) im Mai 2019 mitteilte, Alpiq mit den Energiegesellschaften EOS und KSM für 70 Fr. komplett übernehmen zu wollen. Viele Publikumsaktionäre hielten den Kaufpreis für zu niedrig. Einer von ihnen war der Finanzinvestor Martin Ebner. Ein Argument: Alpiq dürfte in Zukunft wegen der anziehenden Strompreise deutlich mehr verdienen.

Mit der Abfindungsfusion könnte die Zeit für zwei aktivistische Investoren gekommen sein, wenn sie denn noch engagiert sind. Der tiefe Kaufpreis hatte Knight Vinke und Merion Capital auf den Plan gerufen. Letztere ist spezialisiert auf sogenannte Überprüfungsklagen und hat vor Gerichten in den USA auch schon ­höhere Preise erstritten. ­Sobald der Fusionsbeschluss vorliegt, dürfen die Aktivisten klagen.

Doch die Erfolgsaussichten vor Gericht sind gering. Halten die Aktivisten dennoch an ihren Plänen fest, läuft alles auf ein Geduldsspiel hinaus.

Alpiq wird Alpha 2020 wird Alpiq …

Die ebenfalls mit heutigem GV-Beschluss in Alpiq Holding umfirmierte Alpha 2020 wird zu 100% von den Ankeraktionären kontrolliert. Dazu zählen die Schweizer Kraftwerksbeteiligungs-AG (SKBAG), die EOS Holding und das Konsortium Schweizer Minderheitsaktionäre. Letzteres setzt sich aus Aziende Industriali di Lugano (AIL) SA, EBL (Genossenschaft Elektra Baselland), EBM (Genossenschaft Elektra Birseck), Eniwa Holding, dem Kanton Solothurn und WWZ zusammen.

Weiter wurden die Konzernrechnung 2019 der Alpiq-Gruppe sowie der Lagebericht und die Jahresrechnung 2019 der Alpiq Holding genehmigt. Die Aktionäre stimmten zudem dem Dividendenverzicht zu. Für den nicht mehr zur Wahl antretenden Verwaltungsrat René Longet wurde Aline Isoz neu in das Gremium gewählt. Alle anderen bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats und Präsident Jens Alder wurden wiedergewählt.

Die komplette Historie zu Alpiq finden Sie hier. »

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