Unternehmen / Energie

Alpiq-VRP: «Das Schlaue am Rettungsschirm ist der Zwang»

Alpiq will eine Vertragspflicht mit dem Bund, um eine Vertrauenskrise im Stromhandel zu verhindern. Die Konkurrenz nicht.

Der Bundesrat macht vorwärts mit dem «Rettungsschirm» für die Strombranche. Dem Vernehmen nach wird er am Mittwoch eine Botschaft zum Gesetz vorlegen, das Konkurse bei den grössten Schweizer Stromproduzenten Alpiq, Axpo und BKW verhindern soll. Das Risiko von Zahlungsausfällen hat zugenommen, weil vor allem im Handel an den Strombörsen die Liquiditätsanforderungen enorm gestiegen sind (siehe Infobox).

Für Kritik in der Vernehmlassung sorgte der Zwang für Alpiq, Axpo und BKW, mit dem Bundesrat unabhängig von einem tatsächlichen Kapitalbedarf einen Rahmenvertrag für ein Darlehen abzuschliessen. Für die Bereitstellung des «Rettungsschirms» sollen die Konzerne jährlich 15 Mio. Fr. an den Bund zahlen. Auch, wenn sie kein Geld vom Bund brauchen. BKW und Axpo wehren sich vehement gegen diesen Vertragszwang.

Gegen den Lehman-Moment am Strommarkt

Alpiq-Verwaltungsratspräsident Johannes Teyssen hingegen sagt im Gespräch mit FuW: «Das Schlaue am Gesetz ist die Zwangsunterstellung. Der Strommarkt ist ein vernetzter Markt. Wenn ein grosser Marktteilnehmer, egal in welchem Land, ausfallen würde, kann das Dominoeffekte haben. Die hatten wir am Finanzmarkt mit dem Bankrott von nur einer Bank, es war nur Lehman.» So, wie der damalige US-Finanzminister Henry «Hank» Paulson mit dem Rettungsschirm von 700 Mrd. $ anschliessend allen Banken Liquidität zur Verfügung stellte, sei es auch jetzt an der Zeit, dem Markt ein vertrauensbildendes Signal zu senden.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?