Märkte / Makro

Als die Finanzwelt am Abgrund stand

Mit der Rettung von Bear Stearns durch das Fed und J. P. Morgan begann die heisse Phase der Finanzkrise. Heute wäre ein solches Eingreifen nicht mehr möglich.

Endlich nach Hause. Das denkt Bear-Stearns-CEO Alan Schwartz wohl, als er am Abend des 14. März 2008 im Auto unterwegs nach Connecticut sitzt. Der schlimmste Tag in seiner über dreissigjährigen Karriere bei Bear Stearns ist überstanden. Denn die Investmentbank existiert nur noch dank einer Finanzspritze des Federal Reserve. Das Geld soll einen Monat verfügbar sein – ein Hoffnungsschimmer und genügend Zeit, um eine langfristige Lösung zu finden. Doch dann klingelt das Telefon.

Am anderen Ende sind Finanzminister Henry «Hank» Paulson und der Präsident der New Yorker Fed Timothy Geithner. Es gibt ein Missverständnis bei der Frist des Darlehens, erklären sie. Sie dauert nicht einen Monat, sondern nur zwei Tage. Schwartz fällt aus allen Wolken. «Bis Sonntagabend musst du einen Käufer haben», sagt Paulson. Eine Alternative gibt es nicht. Kann Bear Stearns den Verkauf nicht rechtzeitig zum Abschluss bringen, muss sie die Bücher deponieren.

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