Unternehmen / Schweiz

Also will bei den Kunden stärker vordringen

Microsoft-Software dient als Einfallstor, dann sollen weitere Cloud-Angebote des IT-Distributors folgen.

IT-Distributor Also setzt den eingeschlagenen Kurs fort, das Geschäft Richtung Cloud-Dienstleistungen umzubauen. «Wir haben über die vergangenen acht Jahre ein strategisches Muster verfolgt», erklärte CEO Gustavo Möller-Hergt an einem Investorentag in den Räumlichkeiten des Also-Kunden Isolutions in Bern. Der Umbau der Belegschaft, verbunden mit Personalabbau, sei Ende des Jahres abgeschlossen, sagte er im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft». Möller-Hergt will das Unternehmen nun auf weitere Übernahmen vorbereiten. «Es werden einige Opportunitäten auf den Markt kommen.»

Traditionell ist Also stark im Verteilen von Tech-Produkten hin zum Endkunden, beispielsweise der iPhones von Apple über die Filialen der Telecomanbieterin Swisscom bis zum Käufer. 2018 hat Also einen Umsatz von 9,2 Mrd. € erwirtschaftet, beinahe vier Fünftel davon mit dem angestammten Supply-Bereich. Das Problem: Die Gewinnspanne in diesem Feld ist gering – zudem werden mehr und mehr Waren digital bezogen. So wird Software nicht mehr in der Box beim Händler gekauft und dann auf einem Rechner installiert; nun laufen die Programme in Rechenzentren, vielfach beim Hersteller selbst, und werden von dort in der Cloud über das Netz auf einen Computerarbeitsplatz gestreamt.

Das Unternehmen zielt darauf, 60% des Umsatzes im angestammten Feld Supply zu erzielen, 30% im Dienstleistungsfeld Solutions und 10% mit Cloud-Diensten As-a-Service. Möller-Hergt will diese Umsatzvorgaben allerdings nicht als «Korsett» verstanden wissen. «Das läuft in die richtige Richtung», sagte er.

Fokus auf Profitabilität

Die Zielvorgaben für das Unternehmen richtet der CEO nun an der Profitabilität aus und der Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE). Das Ergebnis auf Stufe Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) soll «mittelfristig» 240 bis 300 Mio. € erreichen, die ROCE 13 bis 14%. Vergangenes Jahr lag das Ebitda bei 152,7 Mio., die Rendite bei 11,8%.

Also werde den Marktanteil in Ländern ausbauen, in denen dieser unterdurchschnittlich sei, erklärte der CEO weiter, sowie in Osteuropa, über Akquisitionen und neue Angebote wachsen.

Wie das mit neuen Offerten funktionieren kann, zeigte Tom Brunner, Chief Customer Officer (CCO) bei der hiesigen Also-Niederlassung. Nach seinen Berechnungen kostet Firmenkunden ein Computerarbeitsplatz im Schnitt 5700 Fr. per anno. Die Hälfte dieser Kosten machen Services aus, wie das Bereitstellen eines Internetzugangs oder das Vorhalten einer Hotline. Weitere 30% kommen laut Brunner durch Ausgaben für Software und Hardware zustande, der Rest durch kundenspezifische Programme oder Ausstattung.

«Sitze einbuchen»

Derzeit liegt der Anteil von Also an einem Schweizer Rechnerplatz im Schnitt bei 2,6% oder 148 Fr. Den Löwenanteil erlöst das Unternehmen mit der Cloud-Bürosoftware Office 365 von Microsoft. Während der Marktanteil über alle Produkte in der Schweiz 28% betrage, liege er im Office-365-Segment doppelt so hoch, so der CCO. «Sitze einbuchen – das ist unsere Hauptaufgabe derzeit», erklärte er. In einem nächsten Schritt wolle Also die Durchdringung am Platz ausbauen, etwa über neue Services rund um das Internet der Dinge oder IT-Sicherheit. Brunner nannte einen Wert von 15% realistisch.

In konservativen Ländern wie der Schweiz werde es bis dahin wohl fünf Jahre dauern, sagte Möller-Hergt. In Finnland, das eine Vorreiterrolle einnimmt, sei der Wert schon bald erreichbar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2020 von Also beläuft sich auf 17. Das stringente Management mit Fokus auf die Cloud spricht für die ­Titel. Sie eignen sich dank einer Dividendenrendite von 2,1% zur Beimischung.

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