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Amazon enttäuscht mit Quartalsabschluss

Der Tech-Gigant kann mit den Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Die Aktien geben nachbörslich Terrain preis.

(Reuters) Amazon nimmt für Investitionen in schnellere Lieferungen einen Gewinnrückgang in Kauf. Der weltgrösste Online-Händler legte am Donnerstag nach Börsenschluss zum ersten Mal seit zwei Jahren einen Gewinn unter den Erwartungen vor und kündigte an, auch im laufenden Quartal Abschläge hinzunehmen.

Finanzchef Brian Olsavsky erklärte, man habe im zweiten Geschäftsquartal etwas mehr als die angekündigten 800 Mio. $ für die Beschleunigung der Lieferkette ausgegeben. Amazon strebt für möglichst viele Kunden seines Prime-Programms eine Lieferung noch am Tag der Bestellung an. Der Internet-Konzern sieht sich zunehmender Konkurrenz etwa von Walmart (WMT 115.59 0.55%) ausgesetzt, das mit Lieferungen in zwei Tagen ohne eine Mitgliedspflicht wirbt.

Für das zweite Quartal gab Amazon einen um ein Fünftel höheren Umsatz von 63,4 Mrd. $ bekannt. Unter dem Strich verdiente der Konzern 2,6 Mrd. $ nach 2,5 Mrd. im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit 2,8 Mrd. $ gerechnet. Beim Cloud-Dienst AWS verlangsamte sich das Wachstum etwas: Der Umsatz stieg 37% auf 8,4 Mrd. $. Seit 2015 hat die Sparte für Internet-Dienste regelmäßig Steigerungsraten von mehr als 40% verzeichnet.

Für das laufende dritte Quartal erwartet Amazon einen operativen Gewinn zwischen 2,1 und 3,2 Mrd. $ – hier gehen Analysten bislang nach Erhebungen von FactSet allerdings von 4,4 Mrd. $ aus.

Im nachbörslichen Handel fielen die Titel 2%. Der Konzern hat in der Vergangenheit wiederholt kurzfristige Gewinne liegengelassen in seinem Bestreben, langfristig Märkte zu beherrschen. Wie andere US-Technologie-Konzerne zieht Amazon zunehmend kritische Blicke der Regulierer und Politik auf sich.