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Amazon verfehlt Umsatzerwartungen

Die Aktie des US-Onlinekonzerns sackt aufgrund der verbesserten Coronalage ab. Für den neuen Firmenchef wird es eine herausfordernde Aufgabe.

(Reuters) Der Amazon (AMZN 3'340.18 -3.53%)-Gründer und langjährige Firmenchef Jeff Bezos schickt seinen Nachfolger Andy Jassy in unruhiges Fahrwasser. Der Umsatz des weltgrössten Onlinehändlers blieb im abgelaufenen Quartal hinter den Erwartungen zurück. Zudem werde im laufenden Vierteljahr eine Abschwächung erwartet, erklärte der Konzern, der sich bislang in der Coronapandemie von Erfolg zu Erfolg gehangelt hatte, am Donnerstag nach US-Börsenschluss. Angesichts der fortschreitenden Impfkampagnen rund um den Globus würden immer mehr Geschäfte wiedereröffnen und da die Menschen wieder mehr Zeit ausserhalb ihrer vier Wände verbrächten, würden sie auch weniger online einkaufen. Die Mitteilung kam an der Börse sehr schlecht an: Amazon-Aktien fielen nachbörslich zunächst um 7%.

Jassy hat am 5. Juli das Ruder bei dem Konzern aus Seattle übernommen und damit Bezos nach 27 Jahren an der Spitze abgelöst. Zuvor leitete Jassy die überaus erfolgreiche Cloud-Sparte AWS, die auch im abgelaufenen Quartal mit einem Umsatzplus von 37% auf 14,8 Mrd. $ punktete. Allerdings kamen die Konkurrenten Microsoft (MSFT 292.86 -2.34%) und Google zuletzt auf ein grösseres Wachstum. Der Konzerngewinn kletterte von April bis Juni um 48% auf 7,8 Mrd. $. Es ist das zweithöchste jemals in einem Quartal erzielte Ergebnis. Auch der Umsatz legte um kräftige 27% auf rund 113 Mrd. $ zu. Analysten hatten im Schnitt aber zwei Mrd. $ mehr erwartet.

Der US-Konzern, der mit dem Verkauf von Büchern gestartet war, ist inzwischen in vielen Bereichen präsent: Amazon betreibt die Supermarktkette Whole Food, baut ein Gesundheitssystem auf und nennt nun auch das James-Bond-Filmstudio MGM sein Eigen. Inzwischen kommt Amazon auf mehr als 200 Mio. Prime-Abonnenten, die kostengünstiger bestellen und sich beispielsweise Videos anschauen können.

Ähnlich wie Google und Facebook (FB 352.86 -3.25%) hat sich Amazon zum Ziel gesetzt, alle Mitarbeiter zu impfen, will dies jedoch nicht verpflichtend machen.

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