Märkte / Makro

Amerikaner geben weniger aus als erwartet

Die Konsumenten in den Vereinigten Staaten sind mit gedämpfter Laune ins Jahr gestartet. Insbesondere beim Autokauf haben sie sich zurückgehalten.

(Reuters) Die US-Konsumenten haben sich zu Jahresbeginn knauserig gezeigt und damit einer Abkühlung der Konjunktur Vorschub geleistet. Sie steigerten den Konsum im Januar lediglich um 0,1%, wie das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Insbesondere beim Autokauf hielten sie sich zurück. Experten hatten mit einem Plus von 0,3% gerechnet. Besserung zeichnet sich aber ab: Die Konsumentenstimmung hellte sich einer Umfrage der Universität Michigan zufolge im März etwas auf. Das Barometer kletterte um 4,6 auf 97,8 Punkte.

Da auf den privaten Konsum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung entfallen, sind die enttäuschend ausgefallenen Konsum-Daten ein schlechtes Omen für die Konjunkturperspektiven. Für das erste Quartal erwarten Experten auf das Jahr hochgerechnet nur noch ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,9%. Ende 2018 waren noch 2,2% herausgesprungen.

Die Notenbank Fed hat den Leitzins nach vier Erhöhungen 2018 zu Jahresbeginn in der Spanne von 2,25 bis 2,5% belassen und eine längere Pause signalisiert. Der Währungshüter Neel Kashkari sagte dem Sender Fox, diese Auszeit sei sinnvoll. Die zuletzt gekippte Renditekurve an den Anleihemärkten sei Anlass zur Sorge. Die Gefahr einer Rezession steige, auch wenn er nicht von einem Konjunktureinbruch ausgehe, sagte der Chef des Fed-Bezirks von Minneapolis. Die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen waren jüngst erstmals seit zwölf Jahren wieder höher als bei den langfristigen Bonds, was Experten als ein Warnzeichen für die Gefahr eines nahenden Konjunktureinbruchs werten. Denn üblicherweise steigt die Verzinsung mit der Laufzeit.

Unter Volkswirten wächst bereits die Erwartung, dass das Fed von Zins-Erhöhungen auf -Senkungen umschwenken wird. Ökonomen zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen solchen Schritt nach unten bis Ende nächsten Jahres bei 40%, wie eine Reuters-Umfrage ergab. Mehr als ein Drittel der mehr als 100 Volkswirte, die an der Erhebung nach der jüngsten Zinssitzung im März teilnahmen und Vorhersagen bis Ende 2020 abgaben, gehen nun sogar fest von einem Lockerungsschritt bis dahin aus. In der vorangegangenen Umfrage war es lediglich ein Viertel.

Die Notenbank sieht ihr Ziel der Vollbeschäftigung praktisch erreicht und ist auch nahe an der angestrebten Inflationsmarke von zwei Prozent. Das Fed achtet dabei besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Konsumenten, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben. Diese Teuerungsrate fiel im Januar auf 1,8% von 2% im Dezember.