Unternehmen / Schweiz

AMS ist bald Geschichte

Die Generalversammlung hat am Mittwoch für die Umbenennung in AMS-Osram gestimmt. Doch bis beide Firmen eine sind, dauert es noch.

Am Mittwoch wurde das Aus für AMS beschlossen. Die Aktionäre des österreichischen Chipherstellers, dessen Papiere an der hiesigen Börse kotiert sind, stimmten unter Tagesordnungspunkt 11 der Umbenennung des Unternehmens zu: in AMS-Osram. Das soll auch nach aussen die fortschreitende Verschmelzung mit der deutschen Tochter symbolisieren. Bis beide Unternehmen eins sind, braucht es allerdings noch Zeit.

Spezialität der knapp 9000 Mitarbeiter von AMS ist es, analoge Signale in digitale zu übersetzen. Die mehr als 21’000 Angestellten von Osram dagegen sind Experten für alles, was leuchtet. UBS-Analysten schätzen, dass beide zusammen dieses Jahr auf einen Umsatz von 5,2 Mrd. € kommen – vier Fünftel davon wird Osram erwirtschaften. Was die Profitabilität angeht, kehrt sich das Bild: Vom erwarteten Betriebsgewinn auf Stufe Ebit (Earnings before Interest and Taxes) von 322 Mio. € wird nach Erkenntnis der Beobachter vier Fünftel das AMS-Stammgeschäft liefern.

Mit Hartnäckigkeit und Tricks zum Erfolg

Das zeigt, wo die Reise hingeht. Die Österreicher müssen die deutsche Tochter auf Vordermann trimmen. Fast genau zwei Jahre ist es jetzt her: Mitte Juli 2019 bestätigte AMS, Gespräche mit Osram über eine Transaktion geführt zu haben. Und nach wenigen Stunden hiess es: «Nach Evaluierung der jüngsten Entwicklungen sieht AMS jedoch keine ausreichende Basis dafür, die Gespräche mit Osram Licht fortzuführen.» Der Praktikus kommentierte die Entwicklung seinerzeit skeptisch: «Zwei Lahme haben sich noch nie zu einem Langstreckenläufer zusammengefunden.» Und doch versuchen sich jetzt beide auf der Distanz. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?