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AMS gliedert Umweltsensoren aus

Das Chipunternehmen und die chinesische Beteiligungsfirma Wise Road Capital gründen ein Gemeinschaftsunternehmen für die unprofitablen Umweltsensoren.

(AWP/TR) Das Chipunternehmen AMS (AMS 32.18 0.22%) spannt mit der Beteiligungsgesellschaft Wise Road Capital zusammen. Die beiden gründen ein Gemeinschaftsunternehmen, mit dem sie die Entwicklung und den Absatz von Umwelt-, Durchfluss- und Drucksensorlösungen auf dem Weltmarkt vorantreiben wollen.

Das grösste Marktpotenzial sehen die Unternehmen in China. Im Rahmen der Vereinbarung würden Mitarbeiter, geistiges Eigentum, Sensorprodukte und -lösungen sowie die zugehörigen Kunden von AMS zum Joint Venture transferiert, teilte die österreichische Gesellschaft am Dienstag mit. Zu den eingebrachten Produkten gehören Sensoren zur Messung der Luftqualität, der relativen Luftfeuchtigkeit und der Temperatur. Solche Sensoren kommen etwa in Infrastrukturanwendungen in der Automobilindustrie und bei «intelligenten» Gebäuden zum Einsatz.

Zukäufe fliessen ins Joint Venture

Das Sensorportfolio ist über die Jahre durch mehrere, eher kleine Akquisitionen zu AMS gekommen: etwa durch Applied Sensor im Jahr 2014, das CMOS-Geschäft von NXP (NXPI 91.18 0.32%) 2015 oder CCMOSS 2016. «Im Grossen und Ganzen», so ein AMS-Sprecher, werde nun das gesamte Umweltsensorikportfolio in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht.

Wise Road Capital werde hingegen ihr Know-how zu Joint Ventures, ihre umfassende Marktkenntnis und ihre Stärken bei Kundenbeziehungen und Vertriebswegen, insbesondere in China, einbringen, hiess es weiter.

Sitz in den Niederlanden

Das neue Unternehmen soll im Herbst starten, seinen Sitz in den Niederlanden haben und von Stefan Raible als Geschäftsführer geleitet werden. Raible ist derzeit General Manager des Produktbereichs Umweltsensorik bei AMS, zuvor führte er das 2014 übernommene Unternehmen Applied Sensor. Die Vereinbarung zwischen AMS und Wise Road Capital umfasst weiter eine Investition, die das im Joint Venture enthaltene Geschäft mir rund 120 Mio. $ bewerte.

Es gebe keine wesentliche Cash-Investition vonseiten AMS, teilte ein Sprecher der Gesellschaft weiter mit. Die Österreicher sehen ein attraktives Wachstumspotenzial für das Geschäft, wollen aber keinen Zeitraum nennen, in dem das Joint Venture einen Erfolgsbeitrag beisteuert.

Analysten beurteilen positiv

ZKB-Analyst Andreas Müller wertet den Schritt positiv. AMS verkaufe ein bisher unterproportional profitables Geschäft, ohne sich vom Potenzial ganz zu verabschieden. Enwicklungskosten und Kapitalausgaben könnten nun sinken, was der angespannten Bilanz zugutekäme. Vontobel-Analyst Michael Foeth bewertet die Refokussierung von AMS ebenso positiv.

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