Märkte / Makro

An den tiefen Zinsen hängt alles

Mit der Krise ist das Szenario steigender Zinsen weit in die Zukunft gerückt. Doch das Zinsänderungsrisiko hat über alle Anlageklassen nochmals zugenommen.

Höhere Finanzierungskosten könnten sich die verschuldeten Staaten niemals leisten, lautet ein gängiges Argument gegen steigende Zinsen. Dabei geht aber unter, dass das wahre ­Damoklesschwert über dem Finanzmarkt hängt und höhere Zinsen für Anleger fatal wären. Denn so wie praktisch alle Vermögenswerte über Dekaden von fallenden Anleihenrenditen profitiert haben, werden sie bei einer Trendumkehr leiden, weil die Zinssensitivität massiv zugenommen hat. «Die globale Anlegerschaft hat eine historisch hohe Duration im Portfolio», schreibt Morgan-Stanley-Stratege Andrew Sheets in einem Kommentar.

Am offensichtlichsten ist dies im Anleihenbereich, woher das Konzept der Duration ursprünglich stammt. Nur schon das kräftige Wachstum des globalen Obligationenmarktes der letzten Jahre bedeutet, dass das Zinsänderungsrisiko in den ­Portfolios zugenommen hat. Gemessen am Global Aggregate Bond Index des Finanzinformations­portals Bloom­berg hat sich der Marktwert ­aller ausstehenden festverzinslichen Schuldpapiere seit 2009 auf 62 Bio. $ verdoppelt. Fast 30% betrug das Wachstum in den letzten zwei Jahren. Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.