Meinungen

An Gold denken

Gold gehört in jedes diversifizierte Portfolio. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Vieles spricht dafür, dass Gold stabil bleibt und längerfristig nur leicht – aber immerhin – nach oben tendiert.»

Um Gold (Gold 1'877.58 -1.09%) ist es in den vergangenen Monaten eher ruhig geworden. Die Schlagzeilen gehören Bitcoin (Bitcoin 35'967.00 -3.68%), GameStop (GME 233.34 +5.88%) & Co. Und wenn mal ein Edelmetall in den Schlag­zeilen ist, dann ist es der kleine Bruder Silber (Silber 27.93 -0.18%). Doch das ist nicht unbedingt eine schlechte Sache. Gold soll ja nicht Schlagzeilen ­machen, sondern ­Sicherheit und Diversifikation ins Portfolio bringen.

Anfang Dezember hatte ich an dieser Stelle die Meinung vertreten, die Zuversicht, dass Gold noch viel Luft nach oben habe, schwinde. Damals kostete das Edelmetall etwas mehr als 1800 $ je Unze. Da steht es auch heute noch. Die Optimisten, die vom schnellen Sturm auf 2000 $ und dann vom Erklimmen neuer Höhen ausgingen, wurden eines Besseren belehrt. Ich bin weiterhin der Meinung, dass Gold im Moment nicht allzu viel Luft nach oben hat. Dennoch, in ein gut diversifiziertes Portefeuille gehört es auf jeden Fall. Wer da nicht investiert ist, für den bietet das gegenwärtige Niveau eine gute Einstiegsgelegenheit.

Vieles spricht dafür, dass Gold stabil bleibt und längerfristig nur leicht – aber immerhin – nach oben tendiert. Zwar ist kein starker Inflationsschub zu erwarten, und ein stabiler oder starker Dollar ist alles andere als sicher, auch der verstärkte Fokus institutioneller Anleger auf Bitcoin darf nicht ignoriert werden, doch Unsicherheiten, die den Markt weiter beschäftigen werden, gibt es genügend. Das sollte den Goldpreis insgesamt stützen.

Wer keine grossen Sprünge von Gold erwartet, der sollte als Alternative einen Blick auf Goldminenaktien werfen. Sie arbeiten auch bei einem etwas tieferen Goldpreis profitabel, schütten eine Dividende aus und sind günstig bewertet.