Märkte / Anleihen

Anatomie der Zinswende

Weltweit steigen die Anleihenrenditen, auch in der Schweiz. Diesmal sind aber nicht die höheren Inflationserwartungen der Grund.

Das neue Jahr beginnt mit einem Paukenschlag am Bondmarkt. Die Kurse purzeln, die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind in wenigen Tagen von 1,5 auf zwischenzeitlich 1,8% gesprungen (vgl. Grafik 1).

So hoch rentierten langfristige Treasury-Papiere zuletzt kurz vor der Coronakrise im Januar 2020. Auch bei mittleren und kurzen Laufzeiten ist Bewegung. Die fünfjährigen US-Bondrenditen, die 2020 nahe an die Nulllinie abgesunken waren, haben sich auf 1,5% erholt (vgl. Grafik 2).

Im Schlepptau der US-Zinsen steigen auch die Anleihenrenditen in Europa. Am Montag schafften es zehnjährige Eidgenossen zum ersten Mal seit 2018 deutlich aus der Negativzone heraus. 0,066% betrug die Rendite der Bundesobligation gemäss Referenzwert der Nationalbank. Negative Anleihenrenditen waren in vielen Ländern zur Norm geworden, weil die Kurse wegen der grossen Nachfrage weit über dem Nennwert von 100% notierten.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?