Märkte / Makro

«Das Rezessionsrisiko ist gering»

Andrew Wilson, CEO von Goldman Sachs Asset Management EMEA, erwartet im Jahr 2020 Umschichtungen in risikoreichere Anleihen.

Goldman Sachs ist eine der 29 Banken, die vom «Financial Stability Board» als global systemisch bedeutsames Finanzinstitut (Too Big to Fail) eingestuft werden. Andrew Wilson leitet das Asset Management International für Europa, den Mittleren Osten und Afrika von London aus. Er erläutert seine Konjunkturzuversicht, die Renditeerwartungen am Bondmarkt und warnt vor zu tiefen Leitzinsen.

Herr Wilson, wie schätzen Sie die ­konjunkturelle Lage ein?
Zu Beginn sah das Jahr 2019 sehr vielversprechend aus. Von der US-Notenbank wurden drei Leitzinserhöhungen in diesem Jahr erwartet, und daraus sind soweit drei Zinssenkungen geworden. Die Notenbanken haben sehr proaktiv gehandelt. Im zweiten Quartal senkten 16 Zentralbanken den Leitzins und im dritten Quartal 23. Von den 32 Volkswirtschaften, die wir beobachten, wurde nur in Norwegen und in Israel in diesem Jahr der Leitzins erhöht. Die konjunkturellen Risikofaktoren entschärfen sich nun. So scheint der Handelskrieg weniger akut und die Autoindustrie in Deutschland hat sich gefangen. Der Talboden der Wachstumsabschwächung ist erreicht. Von nun an erwarten wir auch in das nächste Jahr hinein eine Fortführung des aktuellen Momentums – weder Beschleunigung noch weitere Verlangsamung.

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