Märkte / Makro

Angriff auf die Notenbank

Präsident Trump kritisiert die Zinspolitik der amerikanischen Zentralbank und bricht damit ein zwanzigjähriges Tabu. Wie exponiert das Federal Reserve wirklich ist im Vergleich zur SNB und zur EZB.

Donald Trump legt sich mit der amerikanischen Notenbank an. In einem Interview mahnt er, dass das Federal Reserve die Leitzinsen nicht zu sehr erhöhen solle.  Die US-Geldpolitiker sind wie ihre Kollegen im Ausland von politischen Weisungen ungebunden. Trumps Vorstoss sorgt daher in Notenbankreisen rund um den Globus für Aufruhr. Auch die Finanzmärkte sind beun­ruhigt: Empirisch ist belegt, dass politisch unabhängige Institute stabilere wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen als solche, die sich dem politischen Tagesgeschäft der Regierung unterordnen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Weisse Haus in die Geschäfte des Fed einmischt. Aber es ist das erste Mal nach mehr als zwanzig Jahren. Robert Rubin empfahl 1997 als Wirtschaftsberater seinem Chef, Bill Clinton, Zurückhaltung zu üben. Seine Nachfolger hielten diese Devise hoch. Davor war der Umgang rauer. Legendär ist die Rüge Lyndon B. Johnsons. Auf seiner Ranch in Texas warf er 1965 Fed-Chef William Mc Chesney Martin vor, dieser versetze ihm einen politischen Dolchstoss und verhalte sich abscheulich.

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.

Leser-Kommentare