Märkte / Rohstoffe

Anleger flüchten in Gold

Die Angst vor einer Covid-19-Pandemie und einem Konjunktureinbruch treibt den Goldpreis in die Höhe.

Der Goldpreis kennt kein Halten mehr. Über das Wochenende ist er nochmals 2,5% gestiegen und notiert nun auf 1685 $/Feinunze. So teuer war das Edelmetall zuletzt 2013, als die Angst, dass die Anleihenkäufe der US-Notenbank Inflation und Geldentwertung verursachen, den Höhepunkt erreichte.

Die neuen Pandemieängste wegen des Covid-19-Virus sind sicherlich ein Grund für die grosse Nachfrage nach dem Edelmetall. Über das Wochenende sind weltweit zahlreiche neue Ansteckungen gezählt worden. Italien ist im Ausnahmezustand.

Ein weiterer Grund für die plötzliche Nachfrage nach Goldanlagen könnte eine Äusserung der Fed-Gouverneurin Lael Brainard vom letzten Freitag gewesen sein. Sie verteidigte die Idee der Zinskurvenkontrolle als geldpolitisches Instrument, um die nächste Rezession zu bekämpfen.

Die Zentralbank müsse im Fall einer Rezession nicht die Leitzinsen senken, sondern auch dafür sorgen, dass die Zinsen am langen Ende unter dem Niveau des Kurzfristzinses bleiben, sagte Brainard.

Die Bank of Japan hatte 2016 de facto eine solche Politik der Zinskurvenkontrolle eingeführt, als sie ankündigte, die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen um 0% zu halten. Seither sind die Zinsen über die gesamte Zinskurve kaum mehr deutlich über null gestiegen.

Die Aussagen Brainards führten zu einem massiven Run auf langfristige Staatsanleihen, wodurch die Renditen auf neue Tiefstände gefallen sind.

Heute Morgen notierten dreissigjährige US-Staatsanleihen auf einem Rekordtief von 1,8%. Die Aussichten auf eine noch lockerere US-Geldpolitik und noch niedrigere US-Zinsen dürften massgeblich zur Goldrally beigetragen haben.

Zudem ist durch die Nachfrage nach sicheren Bonds das weltweite Volumen negativ rentierender Obligationen auf 13’500 Mrd. $ gestiegen. Dadurch verringert sich der grösste Nachteil von Gold (Gold 1650.31 -0.24%), nämlich dass es keine Zinsen abwirft.

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