Märkte / Aktien

Anleger spielen amerikanische Überhitzung

Anleihenrenditen steigen auch im Euroraum und der Schweiz, obwohl Regierungen weniger Stütze als in den USA planen. Der Aktienmarkt steht in den Startlöchern.

Das Risiko einer wirtschaftlichen Überhitzung dieses Jahr in den USA hält Anleger im Bann. Während die Investoren an den Aktienbörsen und den Devisenmärkten noch gelassen sind, wird es bei Anleihen und den Zinsen unruhiger. Nachdem die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen am Freitag die Schwelle von 1,20% erstmals seit Februar 2020 durchbrochen hatte, wurde die für Europa richtungweisende Verzinsung deutscher Bundesanleihen diese Woche erheblich weniger negativ.

«Die Reflationsstimmung ist ungebrochen», schreiben die Strategen der Commerzbank in einer Einschätzung Anfang Woche. Hinter dem Zinsanstieg am Anleihemarkt stecken vor allem die Erwartung steigender Inflationsraten. Diese wurde durch die Diskussion über das geplante 1900-Mrd-$-Konjunkturpaket sowie die gelockerte Ausrichtung der Notenbanker in den USA geschürt.

Zinsanstieg in Europa

Wenn Anleger Anleihen verstärkt verkaufen, steigt deren Rendite. Die deutsche für die Laufzeit von zehn Jahren stieg am Montag bis auf –0,38%, das sind 5 Basispunkte (0,05 Prozentpunkte) mehr als am Freitag: ein Plus von 19 Basispunkten seit Jahresanfang. Bei zehnjährigen «Eidgenossen» ging es nach Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg auf –0,29% herauf, dies sind 26 Basispunkte mehr verglichen mit dem Jahreswechsel. Das letzte Mal hatten Schweizer Bundesobligationen im April 2020 bei mehr als –0,30% rentiert. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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