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Ansätze, um das weltweite Tapering zu navigieren

Die Reduzierung der Zentralbankbilanzen beherrscht weiterhin die Schlagzeilen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass sie ihre Wertpapierkäufe bis September 2018 auf 30 Mrd. € monatlich reduzieren wird.(1)

Die Bilanzen scheinen nun ausgereizt zu sein, und einige Zentralbanken haben damit begonnen, Tapering-Massnahmen anzukündigen. Nun müssen Anleger sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden.

Unseres Erachtens könnten ihnen dabei bestimmte ETFs mit Erfolg zur Seite stehen. Wir haben drei Hauptanlageziele der Anleger identifiziert: absolute Renditen, Carry und Überschussrenditen gegenüber Staatsanleihen. Nachstehend erörtern wir, welche Anlageklassen sich bei welchem Thema anbieten könnten.

Absoluten Renditen

Schwellenländeranleihen in Lokalwährung

Die Mittelflüsse in Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer halten unvermindert an. Eines der fundamentalen, langfristig attraktiven Merkmale von Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer ist deren Renditevorteil gegenüber Staatsanleihen der Industrieländer.

Die Aussichten auf weiterhin fallende Renditen von Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer könnten einigen Anlegern Kopfzerbrechen bereiten. Allerdings wird davon ausgegangen, dass die Leitzinsen der Schwellenländer im 4. Quartal 2017 und Anfang 2018 aufgrund niedriger Inflationsraten zurückgehen werden, was den Anleihenkursen zugutekommen könnte.

Andere positive Gründe für Schwellenländeranleihen in Lokalwährung sind zunehmend optimistische Prognosen zum Wirtschaftswachstum, bessere Haushaltsbilanzen und positive Leistungsbilanzen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet, dass die Expansion in den Schwellenländern in den kommenden Jahren tendenziell leicht zunehmen könnte, da sich das Wachstum in China stabilisiert und in anderen Volkswirtschaften eine Erholung zu verzeichnen ist.

Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass dieses Wachstum erreicht werden könnte, ohne dass der Trend einer rückläufigen Inflation, wodurch sich diese Märkte in den letzten Jahren auszeichnen, unterminiert wird.

Wandelanleihen

Wandelanleihen erfreuen sich seit langem einer Sonderposition unter Anlegern. Gewöhnlich werden sie genutzt, um in steigenden Aktienmärkten Wertpotenzial zu realisieren.

Dieses Merkmal im Verbund mit dem Bedarf nach regelmässigen Zahlungsströmen zur Verringerung des Drawdown-Effekts in Zeiten erhöhter Volatilität ist für Anleger attraktiv.

Seit Jahresbeginn haben Wandelanleihen positive Renditen erzielt, was von der Erholung der Aktienmärkte weltweit untermauert wird, die vielerorts Allzeithochs verbuchen.(2)

Angesichts unseres positiven Ausblicks für die globalen Aktienmärkte dürfte das gegenwärtige Umfeld interessante Gelegenheiten für Anlagen in Wandelanleihen bieten, da diese helfen könnten, vom Aufwärtspotenzial unter Aktien zu profitieren.

Gleichzeitig ermöglicht die regelmässige Auszahlung von Kupons eine gewisse Absicherung gegen Abwärtsrisiken (manchmal auch als Wertuntergrenze bezeichnet), wenn die Aktie des Emittenten fällt.

Carry: Hochzinsanleihen in Euro

Im Jahr 2017 haben sich die Spreads von auf Euro lautenden Hochzinsanleihen (High Yields) sukzessive eingeengt. Das positive Marktumfeld und rückläufige Spreads waren besseren Wirtschaftsdaten und der Renditejagd der Anleger zu verdanken.

Der Sektor hat sich als relativ robust erwiesen, und konnte potenziellen geopolitischen Krisen wie etwa den Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland die Stirn bieten.

Während wir anerkennen, dass die Bewertungen durchaus hoch sind, glauben wir, dass das Wirtschaftsumfeld die aktuellen Spreads rechtfertigt. Das künftige Tapering der Zentralbanken dürfte geordnet verlaufen und gut im Voraus mitgeteilt werden, weshalb beträchtliche Spread-Ausweitungen unwahrscheinlich sind.

Auch im weiteren Verlauf des Jahres 2017 und bis in das erste Quartal 2018 dürften die Ausfälle bei europäischen Hochzinsanleihen laut Moody’s Investors Service zurückgehen.

Angesichts der Prognose von allmählich steigenden Renditen auf Staatsanleihen der Eurozone gehen wir für den Hochzinsmarkt in dieser Region und für unsere Carry-These von einem unvermindert positiven Umfeld aus.

Überschussrenditengegenüber Staatsanleihen

Die synchronisierte globale Erholung unterstützte bislang die allmähliche Spread-Einengung bei Unternehmensanleihen mit Investment Grade. So sind die Spreads in den USA seit Jahresbeginn von 123 Bp. auf 98 Bp. und in Europa von 123 Bp. auf 93 Bp. zurückgegangen.(3)

Wir sind uns durchaus dessen bewusst, dass die Renditeabstände derzeit sehr niedrig sind. Unsere Analysen des historischen optionsbereinigten Spread (OAS) von Unternehmensanleihen mit Investment Grade aus den USA und Europa weisen jedoch darauf hin, dass die Verteilung von Überschussrenditen von niedrigeren Spreads ausgehend 12 Monate später nicht unbedingt negative Überschussrenditen bedeuten muss.

Wir analysierten die US-Daten für den Zeitraum Mai 1993 bis August 2016 (mit Überschussrenditen per Ende August 2017) und die Daten für Europa für den Zeitraum August 1999 bis August 2016 (mit Überschussrenditen per Ende August 2017).

Unsere Analysen deuten darauf hin, dass die Überschussrenditen zwölf Monate später bei Spreads von unter 75 Bp. im Falle von US-Unternehmensanleihen mit Investment Grade 0,26 %, in Europa aber nur noch -0,01 % betragen.(4)

Obwohl der aktuelle Zeitraum sich vielleicht unterscheidet, könnte eine fortgesetzte Erholung der Wirtschaft für weiterhin niedrige Spread-Niveaus sorgen. Derartige Zeiträume mit niedrigen und stabilen Spreads auf Unternehmensanleihen können Anleger zuversichtlich stimmen, sofern sich die Vergangenheit wiederholen kann.

Die Zinsnormalisierung wird wahrscheinlich ein allmählicher und langwieriger Prozess sein. Ausserdem haben die Zentralbanken gelernt, ihre Absichten immer besser mitzuteilen. Die gegenwärtige wirtschaftliche Expansion dürfte kaum entgleisen.

Wir gehen also von sich bessernden Fundamentaldaten der Unternehmen und davon aus, dass die makroökonomischen Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten Unternehmenstitel mit Investment Grade unterstützen werden, was für Anleger wiederum Überschussrenditen gegenüber Staatsanleihen bedeuten könnte.

Die Richtung scheint folglich von den Tapering Massnahmen der Zentralbanken vorgegeben zu werden. Diese allmähliche Reduzierung von Anreizen im Verbund mit einer geringen Inflation spricht eventuell für Engagements im Kreditsektor und einen eher taktischen Umgang mit Zinsrisiken.