Märkte / Makro

Ansteckende Niedrigzinsen und die Weltrezession

Niedrige Zinsen resultieren aus schwachem Wachstum. Was wäre, wenn umgekehrt das Wachstum auf einen Finanzmarkt reagiert, der aus dem Lot geraten ist? Ein Denkmodell.

Negative Zinsen legen eine unheimliche Karriere hin. Zuletzt hat auch Japans Notenbank negative Leitzinsen eingeführt. Und nächste Woche dürfte die Europäische Zentralbank den Leitzins noch tiefer in den Minusbereich setzen. Die Schweizerische Notenbank könnte folgen und mehr Banken mit Negativzinsen belasten. Kürzlich haben Anleger in Japan für eine neu begebene zehnjährige Anleihe eine negative Rendite akzeptiert. Doch statt wirtschaftlicher Impulse durch die tieferen Zinsen scheint es eine Spirale nach unten zu geben.

Warum sind die Zinsen so tief und wollen nicht steigen? Manche meinen, der Grund sei eine schwache gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Das sagte etwa der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers. Die Logik dahinter: Wenn die Nachfrage schwach ist, wird weniger investiert. Die niedrigen Zinsen als Marktpreis von Kapitalnachfrage (Investitionen) und Kapitalangebot (Ersparnissen) sind demnach Folge der mangelnden Investitionen. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?