Märkte / Makro

Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe sinken leicht

Die Zahl der Erstanträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe in den USA liegt vergangene Woche im Rahmen der Erwartungen.

(Reuters) Am US-Arbeitsmarkt zeichnet sich noch keine grundlegender Aufschwung nach der Corona-Rezession ab. Insgesamt stellten vorige Woche 837’000 Amerikaner einen Erstantrag auf staatliche Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 850’000 gerechnet, nachdem es in der Woche zuvor noch 873’000 waren. Die Zahl der Anträge auf staatliche Stütze bleibt trotz des Rückgangs etwa viermal so hoch wie zu Jahresbeginn – vor Ausbruch der Corona-Krise.

In der laufenden Woche gab es mehrere Hiobsbotschaften vom Arbeitsmarkt: Der Unterhaltungskonzern Disney (DIS 153.24 -0.24%) will etwa 28’000 Stellen streichen, vorwiegend in den US-Themenparks. Der landesweit grösste Ölverarbeiter Marathon Petroleum will sich von zwölf Prozent der Belegschaft trennen, der Chemiekonzern Dow 6% seiner Stellen kürzen. Wegen der Unsicherheit über weitere staatliche Corona-Hilfen wollen die beiden US-Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines 32’000 ihrer Mitarbeiter in den Zwangsurlaub schicken.

Die US-Notenbank (Fed) hat wegen der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt einen Strategieschwenk vollzogen, um ihrem Ziel Vollbeschäftigung künftig näher zu kommen. Davon ist die weltgrösste Volkswirtschaft nach dem herben Einbruch infolge der Pandemie meilenweit entfernt, obgleich die Arbeitslosenquote im August überraschend auf 8,4% gesunken war. Das Fed erwartet für das Jahresende eine Quote von 7,6%. Von den in der Corona-Rezession verloren gegangenen 22 Mio. Jobs wurde bislang nur etwa die Hälfte zurückgewonnen.