Der Typ ist tiefenentspannt – obwohl, vielmehr: weil das ­Geschäft gut läuft. Der Binnenkonsum in Bangladesch ist ­robust, wovon auch der Handel mit frischen Früchten und gesundem Gemüse in den Basars der quirligen Hauptstadt Dhaka profitiert. Das «Land der Bengalen» zählt fast zwanzigmal mehr Einwohner als die Schweiz, doch seine Wirtschaftsleistung erreicht nicht einmal die Hälfte der hiesigen: Der Weg zum Wohlstand ist noch weit, doch das Land ist nicht mehr (nur) das Armenhaus von einst, es geht zügig aufwärts. Das durchschnittliche Wachstum des Bruttoinlandprodukts erreichte bis vor Covid jeweils gegen 8%; vergangenes Jahr ging das Tempo zwar zurück, doch zum Stillstand kam es nicht. Als eine der wenigen Volkswirtschaften wuchs Bangladesch; die Asiatische Entwicklungsbank ADB schätzt 5,2%. Der grosse Nachbar Indien dagegen geriet in eine Rezession. Dieses Jahr erwartet die ADB 6,8% Zuwachs (es gibt auch vorsichtigere Prognosen). Als standfeste Stützen erweisen sich der Export – zu vier Fünfteln Bekleidung, zunehmend aber auch Elektronik –, die Rimessen der etwa 7 Mio. Bangladeschi im Ausland, staatliche Investitionen und, eben, der unstillbare Appetit der jungen Bevölkerung.
(Bild: Monirul Alam/EPA)