AMS-Aktionäre sind Freud und Leid gewohnt. Es ist keine Seltenheit, dass die Titel des österreichischen Chipherstellers, die an der hiesigen Börse kotiert sind, im zweistelligen Prozent­bereich nach oben schiessen – oder nach unten. An einem Tag. Doch Investoren müssen sich auf neue Zeiten einstellen. Die Österreicher verdauen den jüngsten Zukauf: den deutschen Lichtspezialisten Osram. Und mit dem ändert sich einiges.

Als Austria Mikro Systeme International wurde das Unternehmen 1981 mit Hauptsitz in Unterpremstätten nahe Graz gegründet. Spezialität der Ingenieure ist es, Signale aus der analogen, realen Welt in die digitale, virtuelle für Smartphone, ­Tablet & Co. zu übersetzen. Wenn sich der Bildschirm beim Smartphone etwa abdunkelt, sobald das Gerät ans Ohr gehalten wird, steckt dahinter wohl ein Sensor aus Österreich. Ebenso wie bei der Gesichtserkennung mit 3-D-Sensoren, auf die sich zum Beispiel die jüngsten Smartphones und Tablets von Apple verstehen.

Gekaufte Techniksprünge

Im höherpreisigen Segment für Licht­sensoren gehört AMS zu den führenden Unternehmen, bei 3-D-Sensoren hatten die Österreicher einige Zeit gar einen Vorsprung auf die Konkurrenz. Interessant: Beide Technologien sind durch Zukäufe zu AMS gekommen. 2011 übernahm der Chiphersteller für 320 Mio. $ die US-Firma Taos, die sich auf Lichtsensoren spezialisiert hatte. Fünf Jahre später kam der Optikspezialist Heptagon für knapp 1 Mrd. $ hinzu. Beim Kauf war schon klar, dass ­damit das lukrative Geschäft mit 3-D-Sensoren für Apple bei AMS landen würde. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?